
Kirchensportler: "Fußball darf nicht seine Seele verkaufen"
Die Diözesansportgemeinschaft Österreichs (DSGÖ) hat den angekündigten möglichen Boykott von FIFA-Wettbewerben durch die europäischen Fußballverbände begrüßt. Die 55 Mitgliedsverbände der UEFA hatten am Donnerstag erklärt, keine Nationalmannschaften mehr zu FIFA-Turnieren zu entsenden, sollte der Weltverband seine Pläne zum Verkauf kommerzieller Anteile an private Investoren umsetzen. Die anhaltende Kommerzialisierung, der dichte Terminkalender - der die Gesundheit vieler Spieler bedrohe - und die mangelnde Transparenz des Verbandes hätten den Verantwortlichen keine andere Wahl gelassen. "Der Fußball gehört den Menschen - nicht Investoren. Seine Seele darf nicht verkauft werden", fanden die Kirchensportler in einer Aussendung am Freitag klare Worte.
Der Fußball gehöre den Menschen, die ihn spielen und lieben, betonte Sepp Eppensteiner, Vorsitzender der DSGÖ. Fußball sei weit mehr als ein Geschäftsmodell: "Er lebt von den Menschen, von den Vereinen, vom Ehrenamt und von den Fans und verbindet Generationen." Zudem stärke er die Gemeinschaft und vermittle Werte wie Fairness, Respekt und Solidarität. Diese Werte müssten Vorrang vor wirtschaftlichen Interessen haben.
Im europäischen Schulterschluss sehen die Kirchensportler ein wichtiges Signal. "Die Initiatoren des Boykotts beweisen echtes Rückgrat. Sie setzen ein unüberhörbares Signal gegen Monopolstellung und Willkür", hieß es seitens der DSGÖ. Zugleich ziehe Europa mit der Boykottdrohung "das schärfste Schwert". Auch wenn es bedauerlich wäre, wenn Spanien, Frankreich oder Österreich beim wichtigsten Turnier der Welt nicht dabei wären, sei der UEFA-Beschluss aus Sicht der Kirchensportler ein höheres Gut: "Es ist an der Zeit, einen neuen Dialog auf Augenhöhe zu starten, der Nachhaltigkeit, Fairness und die Basis des Fußballs ins Zentrum rückt".
Quelle: kathpress