
Burgenland: Trauer um Ökumene-Pionier Martin Brasch
Die Ökumene im Burgenland trauert um Martin Brasch. Der Gründungs- und Ehrenobmann des Vereins "Freunde des Klosters Maria Schutz von Sankt Andrä am Zicksee" ist am Montag im Krankenhaus Kittsee nach schwerer Krankheit im 84. Lebensjahr verstorben. Mit Brasch verliert das Burgenland einen tiefgläubigen Christen und unermüdlichen Brückenbauer, der sich zeitlebens für die Überwindung der Spaltung der Christenheit eingesetzt hat.
Brasch war von Beginn an ein überzeugter und treibender Befürworter des orthodoxen Klosterprojekts in seiner Heimatgemeinde St. Andrä am Zicksee. Als sich 2014 nach der ersten Bekanntgabe des Vorhabens lokale Gegner formierten und gegen das Projekt Stimmung machten, zögerte Brasch nicht und rief ein Unterstützungskomitee ins Leben, aus dem in weiterer Folge der Verein "Freunde des Klosters Maria Schutz in St. Andrä am Zicksee" hervorging. "Als überzeugter Katholik sah er es als seine christliche Pflicht an, das orthodoxe Klostervorhaben in ideeller Weise zu unterstützen und so aktiv gelebte Ökumene zu fördern", hieß es vonseiten seiner Familie in einem Nachruf.
2016 engagierte sich Brasch bei der Suche nach einer Unterkunft für die damalige Mönchsgemeinschaft und trug maßgeblich dazu bei, dass die Mönche in St. Andrä eine langfristige Bleibe finden konnten. Mit diesem Engagement habe Brasch den Grundstein dafür gelegt, "dass zahlreiche Gläubige und Interessierte im Kloster und seiner Heimatgemeinde vorstellig wurden".
Für seine Verdienste um das Klosterprojekt und die Ökumene wurde Brasch noch zu Lebzeiten höchste kirchliche Anerkennung zuteil: Am 10. November 2024 erhielt er aus den Händen von Diözesanbischof Ägidius Zsifkovics den Sankt-Martins-Orden in Gold - die höchste zivile Auszeichnung der Diözese Eisenstadt.
Mit dem Tod von Martin Brasch verliere das Klosterprojekt "Maria Schutz" einen seiner profiliertesten und beharrlichsten Unterstützer, hieß es im Nachruf und weiter wörtlich: "Sein Einsatz für die orthodoxe Klostergemeinschaft war für ihn nicht nur ein gesellschaftliches oder regionales Anliegen, sondern Ausdruck seines christlichen Glaubens und seiner Überzeugung, dass konkrete Begegnung und gemeinsames christliches Zeugnis einen Beitrag zur Überwindung der Trennung der Kirchen leisten können."
Brasch war zudem viele Jahre Mitglied im Gemeinderat von Sankt Andrä, in der Arbeiterkammer Burgenland, der Freiwilligen Feuerwehr und als Fußballschiedsrichter bzw. später als Funktionär und Obmann des örtlichen FC St. Andrä tätig.
Das orthodoxe Klosterprojekt in St. Andrä wurde 2014 gestartet, als die katholische Diözese Eisenstadt dafür ein Grundstück in St. Andrä zur Verfügung stellte. Der Bau eines neuen Klosters - der Grundstein wurde im September 2020 gelegt - verzögerte sich zwar seither immer wieder. Die Mönchsgemeinschaft vor Ort besteht aber bereits seit 2016, als in St. Andrä zwei Häuser gekauft wurden, die zu einem kleinen Kloster mit Kapelle, Gästehaus und Mönchszellen umgestaltet wurden, wo die Mönche ihr spirituelles und liturgisches Leben pflegen. Die Integration in die Ortsgemeinschaft ist inzwischen gut gelungen.
(Infos: www.orthodoxes-kloster-mariaschutz.at; www.freunde-des-klosters.net)
Quelle: kathpress