
Mariä Himmelfahrt: Großer Landesgottesdienst in Innsbruck
In Tirol ist Mariä Himmelfahrt am 15. August zugleich kirchliches Hochfest und Landesfeiertag. Traditionell wurde dieser am Samstag mit einem Festgottesdienst in der Jesuitenkirche in Innsbruck begangen, den heuer der Wiltener Abt Leopold Baumberger leitete. Im Mittelpunkt standen der kirchliche Festtag, die Tiroler Geschichte sowie die Würdigung von Menschen, die sich in besonderer Weise für das Gemeinwohl einsetzen, teilte die Diözese Innsbruck mit.
Das Fest der Aufnahme Mariens in den Himmel erinnere daran, dass menschliches Leben auf Gott hin ausgerichtet sei, erklärte Abt Baumberger. Nicht Herkunft, besondere Lebenserfahrung oder außergewöhnliche Heldentaten hätten Maria ausgezeichnet. Entscheidend sei vielmehr das Wort Jesu aus dem Evangelium: "Selig sind vielmehr die das Wort Gottes hören und es befolgen."
Abt: Maria eröffnet "Horizont nach oben"
Maria eröffne damit einen "Horizont nach oben", betonte der Abt. Gerade in einer Zeit gesellschaftlicher Spannungen und vielfältiger Herausforderungen brauche es Menschen, die ihren Blick nicht auf das Trennende richten, sondern auf das Verbindende. Auch die Kräutersegnung deutete Baumberger in diesem Sinn: Die Kräuter seien "ein Sinnbild für das Heilsame, dafür Wunden zu schließen". Es gelte, alles daranzusetzen, "dass keine neuen Wunden entstehen".
Der Wiltener Abt spannte auch einen Bogen zur Tiroler Geschichte. Der Landesfeiertag erinnert an die Ereignisse des Jahres 1809, als Tiroler aller Stände in der dritten Bergiselschlacht die bayerisch-französischen Truppen zum Rückzug zwangen. Als Andreas Hofer am 15. August unter dem Jubel der Bevölkerung in Innsbruck einzog, habe er auf die Anerkennung mit den Worten reagiert: "I nit, es a nit, er da oben!" Auch "Glaubt an dieses Österreich", der berühmte Appell des damaligen Bundeskanzlers Leopold Figl zu Weihnachten 1945, zeige, wie sehr Hoffnung und Zusammenhalt historische Wendepunkte geprägt hätten.
Dank für Engagement
"In vielen Situationen haben die Menschen gemeinsam bewiesen, was möglich ist", sagte Baumberger. Er verband diesen Gedanken mit den anschließenden Ehrungen des Landes Tirol. Gerade im Jahr des Ehrenamts würden Menschen vor den Vorhang geholt, die Verantwortung für andere übernehmen und sich oft über Jahrzehnte für ihre Mitmenschen engagieren. "Wie schön wäre es, wenn wir nicht auf die nächste Katastrophe warten und uns nicht im täglichen Klein-Klein verlieren", gab der Abt den Feiernden mit auf den Weg.
Im Anschluss an den Gottesdienst ehrten das Land Tirol und das Land Südtirol zahlreiche Persönlichkeiten für ihren Einsatz für Gesellschaft, Kultur, Vereine, Sozialwesen und kirchliches Leben. Unter den Ausgezeichneten befanden sich auch mehrere Menschen, die sich seit vielen Jahren in Pfarren, Pfarrgemeinderäten, Kirchenchören und kirchlichen Diensten engagieren.
Quelle: kathpress