
Hilfsangebote zum Schulstart: Von Lernhilfe bis Schultaschen
Schultaschen, Lernhilfen und finanzielle Hilfen: Wenn in Österreich Anfang September wieder die Schule beginnt, unterstützen kirchliche Hilfsorganisationen und Initiativen Kinder und Jugendliche sowie deren Familien. Ziel ist eine Entlastung trotz der hohen Ausgaben zum Schulstart sowie ein guter Einstieg ins neue Schuljahr, so die Hilfswerke.
In Wien verbindet die St. Elisabeth-Stiftung der Erzdiözese Wien die Schulstarthilfe mit der Unterstützung alleinerziehender Mütter. Frauen aus den Mutter-Kind-Einrichtungen fertigen in "Mamas Werkstatt" - dem Social Business der Stiftung - handgemachte Schultüten, die verkauft werden. Der Erlös kommt Frauen und Familien in Not zugute (Info: www.elisabethstiftung.at). In der Werkstätte erlernen die Frauen einerseits die Herstellung von Produkten, aber auch unternehmerische Kompetenzen bei der Organisation des Ein- und Verkaufs, so die Stiftung. Die Folge sei "ein höheres Selbstwertgefühl und wachsendes Vertrauen darin, künftige Herausforderungen gut meistern zu können". Weiters erhalten die Frauen Schulungsangebote, individuelle Beratungen und Kreativkurse.
Laut der Stiftung steigt der Beratungsbedarf: Zuletzt suchten rund hundert Frauen pro Monat wegen der hohen Lebenshaltungskosten die Familien-, Rechts- und Schwangerenberatungsstelle auf. "Durch die aktuell extrem hohen Lebenshaltungskosten können sich immer mehr Familien ihr Leben nicht mehr leisten und gelten plötzlich als arm", so die St. Elisabeth-Geschäftsführerin Nicole Meissner.
Schulmaterialien für Kinder
In Kärnten setzt die Caritas auf das Wiederverwenden von Schulmaterial. Bei der Aktion "School Bag Monster" werden gut erhaltene Schultaschen, Federschachteln, Hefte, Zeichenmaterialien und weitere Schulutensilien gesammelt und über soziale Einrichtungen an einkommensschwache Familien weitergegeben. Eine weitere Spendenaktion gemeinsam mit Antenne Kärnten soll Kindern und Jugendlichen aus finanziell belasteten Familien notwendiges Schulmaterial zur Verfügung stellen und auch Lernstunden in den Caritas-Lerncafés finanzieren (Link: www.caritas-kaernten.at).
Auch in Tirol werden gebrauchte Schultaschen für bedürftige Familien gesammelt. Die seit 19 Jahren bestehende ReUse-Schultaschensammlung brachte heuer 1.120 Taschen zusammen, seit Beginn der Initiative waren es mehr als 20.000, hieß es. Die Taschen werden gereinigt, mit Schulutensilien bestückt und anschließend unter anderem über die Caritas Tirol an Familien verteilt.
Lernhilfe gegen Bildungsnachteile
Auch die Nachfrage nach kostenloser Lernunterstützung ist hoch. In den österreichweit 75 Lerncafés der Caritas werden derzeit 1.989 Schülerinnen und Schüler von 1.029 Freiwilligen begleitet. Knapp 1.000 Kinder warten laut Caritas derzeit auf einen Platz. Beim Projekt FREI.Spiel, das an 154 Schulen und Kindergärten in Wien und Niederösterreich aktiv ist, stehen zudem 86 Bildungsstandorte auf der Warteliste.
Ebenso setzt die Caritas Burgenland auf Lerncafés. Nach eigenen Angaben schaffen dort 99 Prozent der betreuten Kinder und Jugendlichen das Schuljahr erfolgreich. Mit einer Spende soll der Betrieb der Lerncafés und damit die Lernbegleitung von Kindern aus einkommensschwachen Familien unterstützt werden. Gleichzeitig steige die Nachfrage, die Wartelisten würden länger, wies Norbert Filipitsch, Bischofsvikar und Direktor der Caritas der Diözese Eisenstadt, hin (Link: www.caritas-burgenland.at).
Auch über Österreich hinaus gibt es kirchlich getragene Schulstartinitiativen. Das Rucksackprojekt von Mary's Meals sammelt in Österreich gebrauchte, gut erhaltene Schultaschen und befüllt sie mit Schulmaterial, Kleidung und weiteren Alltagsgegenständen von Zahnpasta bis Seife oder Tennisbällen. Die Rucksäcke werden anschließend an Kinder in Malawi und Liberia verteilt. Seit 2009 wurden nach Angaben der Organisation mehr als 68.000 gefüllte Schultaschen aus Österreich weitergegeben.
Der Schulstart sei für viele Familien mittlerweile eine erhebliche finanzielle Belastung, sagte Caritasdirektor Klaus Schwertner bei der Eröffnung der Schulstartaktion in den "Carla"-Second-Hand-Läden in Wien. Familien müssten durchschnittlich rund 2.200 Euro pro Kind und Schuljahr für Bildung aufbringen. Zugleich hingen die Bildungschancen von Kindern noch immer stärker vom Einkommen und Bildungsstand der Eltern ab als von deren eigenen Fähigkeiten. Allein bei den Lerncafés der Caritas Wien warten derzeit knapp 1.000 Kinder auf einen Platz. (Info: www.caritas-wien.at)
Quelle: kathpress