
Neuer Missio-Nationaldirektor: Mission als Miteinander auf Augenhöhe
Der designierte Österreich-Nationaldirektor der Päpstlichen Missionswerke (missio), Johannes Laichner, versteht Mission als Begegnung auf Augenhöhe. Mission sei "wie ein Gang über die Brücke, wo man sich in der Mitte trifft", sagte der Tiroler Priester im Interview mit der Wiener Kirchenzeitung "Der Sonntag" (Ausgabe Nr. 34, 18. August). Die Menschen auf beiden Seiten hätten dabei eine Wegstrecke zurückzulegen und sich um Begegnung zu bemühen. "Das ist keine Einbahnstraße, sondern es ist ein Zueinander", so der Priester aus dem Tiroler Oberland, der künftig von Wien aus "für die gute Sache und für die vielen Menschen in den Ländern der Mission" arbeiten will.
Laichner wird mit 1. September die Nachfolge des bisherigen Nationaldirektors P. Karl Wallner antreten, der nach zehn Jahren an der Spitze von missio in sein Heimatkloster Stift Heiligenkreuz zurückkehrt. Laichner, studierter Archäologe und Priester, war schon seit 2018 als missio-Diözesandirektor in Innsbruck tätig. Für Mission begeistert habe er sich schon als Jugendlicher, sagte er im Interview; Berichte von Missionaren und die Zeitschrift "Alle Welt" hätten ihn fasziniert und er habe früh seine Mutter "geschockt mit der Ankündigung, selbst einmal in die Mission zu gehen".
Zu einem längeren Missionseinsatz kam es jedoch nicht. Wohl habe er aber während des Theologiestudiums für einen Monat eine Missionsreise durch Guatemala an der Seite von Kardinal Rodolfo Quezada Toruño gemacht, sagte Laichner. Es sei ein "Schock" für ihn gewesen, dort die Probleme Lateinamerikas wie die Armut und das aggressive Werben evangelikaler Gemeinden zu erleben. Genauso habe er es aber auch als lohnend erfahren, "verbunden im Glauben seinen Weg zu gehen, und dass man die Hoffnung nicht aufgeben soll".
"Faszinierende Welt der Mission"
Eine weitere Reise in den frankophonen Teil Kameruns zu missio-Projektpartnern habe ihn als Europäer verstehen lassen, "dass wir nicht der Nabel der Weltkirche sind". Die Weltkirche sei "viel komplexer, vielfältig und bunt", und die "Glaubensfreude" sehe er als das "Geschenk der Weltmission an uns", erklärte Laichner. Er wolle diese Freude teilen und einen "einladenden Eifer" spüren lassen, "der einladend ist, der viel Herz gibt und wo man am Ende sagt, dass man richtig 'Missio-narrisch' ist", verwies der neue Nationaldirektor auf ein Zitat von Bischof Hermann Glettler.
Als künftiger missio-Chef habe sich sein einstiger Wunsch, in die Mission zu gehen, auf andere Art verwirklicht, sagte Laichner. Für ihn sei es ein "Geschenk von oben", in seiner neuen Aufgabe die Missionare und Ordensfrauen bei der Verbreitung der Glaubensfreude unterstützen zu können, wenngleich seine Tätigkeit "mit ihrem Einsatz und Eifer nicht vergleichbar" sei. Sein Ziel sei, "mehr Fenster zu öffnen in diese faszinierende Welt der Mission", Menschen für das Gebet und finanzielle Unterstützung für die hier Tätigen zu begeistern und auch für die Glaubensweitergabe selbst zu begeistern.
Auch über seinen besonderen Zugang der Archäologie - sein "zweites Standbein" neben der Theologie - kam Laichner zu sprechen. Die Geschichtswissenschaft und insbesondere die griechische Philosophie seien für ihn eine Bereicherung für das Theologiestudium gewesen. Auch die archäologischen Stätten des Mittelmeerraums - etwa die Stationen der Missionsreisen des Apostels Paulus - inspirierten ihn in seiner neuen Aufgabe. Der Völkerapostel sei Vorbild darin, "von der unwiderstehlichen, einladenden Liebe dieses Gottes zu erzählen, der uns die Tür öffnet zu einem ganz, ganz anderen Leben".
Quelle: kathpress