
Forum Alpbach: Gottesdienst mit Kardinal Hollerich eröffnet Tirol-Tag
Ein Gottesdienst mit dem Luxemburger Erzbischof Kardinal Jean-Claude Hollerich eröffnet am Sonntag, 30. August, um 9 Uhr den diesjährigen Tirol-Tag beim Europäischen Forum Alpbach (EFA26). Hollerich ist auch Vizepräsident des Rates der Europäischen Bischofskonferenzen (CCEE). Das Forum Alpbach startet diesen Montag und dauert bis 4. September. Es steht unter dem Motto "How Europe wins".
Das EFA26 hat sich laut seinem Präsidenten Othmar Karas zum Ziel gesetzt, "Europas Strategien neu zu entwickeln". Es gehe um die "Fähigkeit Europas, die eigene Zukunft zu gestalten", so der langjährige ÖVP-Vizepräsident des Europaparlaments schon Anfang Juli bei der Programmpräsentation. Er nannte dabei Beispiele für Fragestellungen: "Wie sichern wir Frieden, Freiheit und Rechtsstaatlichkeit?" oder "Wie kann Demokratie über Autokratie gewinnen?"
Bei über 200 Veranstaltungen in zwei Wochen sollen Spitzenpolitiker, Unternehmerinnen, Wissenschafter und 500 junge Stipendiatinnen, die aus 65 Ländern weltweit ausgesucht wurden, über europäische Themen diskutieren. Den Höhepunkt stellt die zweite Woche ab 30. August dar. Am 2. September halten zudem die Staatsoberhäupter aus Österreich, Liechtenstein, Belgien, Deutschland, Luxemburg und der Schweiz auf Einladung von Bundespräsident Alexander Van der Bellen eine Arbeitssitzung in Alpbach ab und treffen mit EFA-Stipendiaten zusammen.
Den Beginn des Forums machen die "Academy Days" (24. bis 29. August) für das intellektuelle Fundament und die "Euregio Days" (28. bis 30. August) für die regionale Kooperation. Zum fixen Programm gehören beim Forum auch jeweils am Morgen und Abend kurze spirituelle Impulse bzw. Momente der Stille.
Ein Hauptthema wird das künftige mehrjährige EU-Budget darstellen. Bei einem "UN-Retreat" soll das Arbeitsprogramm für Österreichs Mitgliedschaft im Sicherheitsrat der Vereinten Nationen und Österreichs Rolle in der UNO diskutiert werden. Karas will das Forum erstmals seit 80 Jahren wieder mit einem "Manifest" abschließen. Dabei sollen zehn Punkte aus den Diskussionsrunden ausgearbeitet werden, die Europa konkret voranbringen.
Zu den internationalen Referenten zählen der ehemalige Ministerpräsident Italiens, Enrico Letta, der mit seinem Bericht über den EU-Binnenmarkt wichtige Weichen gestellt hat, der Außenminister Polens Radoslaw Sikorski, der Premierminister Kosovos, Albin Kurti, die frühere Vize-Premierministerin Kanadas, Chrystia Freeland, die ehemalige Präsidentin der Slowakei, Zuzana Caputova, der ehemalige stellvertretende UNO-Generalsekretär Shashi Tharoor, heute Vorsitzender des Parlamentsausschusses für auswärtige Angelegenheiten in Indien, und Armin Laschet, Vorsitzender des Auswärtigen Ausschusses im Deutschen Bundestag.
Aus den EU-Institutionen kommen der EU-Kommissar für Verteidigung, Andrius Kubilius, Agrarkommissar Christophe Hansen, der EU-Kommissar für Inneres und Migration, Magnus Brunner, und zahlreiche Spitzenvertreter des Europa-Parlaments. Aus Österreich sind neben Bundespräsident Van der Bellen neun Bundesminister angemeldet. Außenministerin Beate Meinl-Reisinger wird am 31. August mit dem Politologen Ivan Krastev über die Stärkung der Handlungsfähigkeit Europas diskutieren. Angemeldet sind zahlreiche Chefs von weltweit tätigen Konzernen wie Saab, Deutsche Bundesbank und anderen Finanzunternehmen.
Quelle: kathpress