
Kirchen: Sparen beim Klimaschutz wird teuer
Die katholischen und evangelischen Umweltbeauftragten blicken mit großer Sorge auf die Maßnahmen der österreichischen Bundesregierung im Bereich des Klimaschutzes. Mit der Begründung des Spardrucks seien einige klimaförderliche Maßnahmen gestrichen oder gekürzt worden, wurde in einer Aussendung am Dienstag kritisiert. Markus Gerhartinger, Sprecher der katholischen und evangelischen Umweltbeauftragten, hielt wörtlich fest: "Jetzt bei den Klimaschutzausgaben einzusparen ist kurzsichtig und wird uns langfristig viel teurer kommen."
Ärgerlich sei zudem, dass zwar im Regierungsprogramm die Streichung klimaschädlicher Subventionen und Ausgaben enthalten ist, diese aber nicht gestrichen würden. Hier gäbe es aus ökologischer Sicht ein riesiges Potential. So belief sich das Volumen der klimakontraproduktiven Förderungen in Österreich im Durchschnitt der letzten Jahre auf 4,1 bis 5,7 Milliarden Euro, wie selbst die Homepage des Ministeriums, dass auch für Klimaschutz zuständig ist, schreibt.
Eindringlich mahnen in der Aussendung auch der Innsbrucker Bischof Hermann Glettler und die evangelische Bischöfin Cornelia Richter zum Klimaschutz. "Mitten in den Sommerferien erreichen uns die Bilder der verheerenden Waldbrände in Frankreich und Spanien. Große Teile Europas stehen in Flammen", so Richter: "Es liegt an uns, ob wir weiterhin zuschauen wollen, wie Gottes Schöpfung verbrennt - Tiere, Pflanzen, Menschen." Schon mit den ersten Seiten der Bibel sei den Menschen die Bewahrung der Schöpfung aufgetragen. "Um unserer Kinder willen, sollten wir alles tun, um diesen Auftrag gerecht zu werden", appelliert die Bischöfin.
Bischof Glettler, in der Österreichischen Bischofskonferenz für Themen der Nachhaltigkeit zuständig, sieht im Sterben der heimischen Gletscher, bei den anhaltenden Dürreperioden und im zunehmenden Wassermangel deutliche Signale, dass "unser ureigenster Lebensraums unter Druck steht". Er bekräftigt, dass "die Natur ein kostbares, verletzliches Lebensgut ist, das uns von Gott zu treuen Händen anvertraut wurde." Für ihn ist "Klimaschutz kein reines Verzichtsthema, sondern eine Frage von mehr Lebensqualität - ein menschliches und geistvoll inspiriertes Engagement für ein größeres Wir, das unsere Mitwelt miteinschließt."
Die Kirchen würden ihre Klimaschutzambitionen jedenfalls nicht zurücknehmen und weiter an einer drastischen Reduktion des CO2 Abdruckes bis hin zur Klimaneutralität arbeiten, heißt es in der Aussendung weiter. Unzählige haupt- und ehrenamtliche Mitarbeiter in vielen Pfarren, Orden und kirchliche Einrichtungen in ganz Österreich arbeiteten an diesem Ziel mit. Die ökumenische Schöpfungszeit von 1. September bis 4. Oktober bietet hier eine gute Gelegenheit, die Schöpfung verstärkt in den Blick zu nehmen.
Die Kirchen in Österreich machen jedes Jahr ab 1. September auf die Dringlichkeit der Bewahrung der Schöpfung aufmerksam. Bis zum 4. Oktober, dem Fest des Heiligen Franziskus und offiziellen Ende der fünfwöchigen "Schöpfungszeit", finden österreichweit themenbezogene Veranstaltungen und Gottesdienste statt.
Infos zur kirchlichen Umweltarbeit: www.schoepfung.at.
Quelle: kathpress