
Caritas: Spendenaufruf für Opfer der Flutkatastrophe in Nepal
Die Caritas bittet dringend um Spenden für die Opfer der katastrophalen Sturzflut in Nepal. Nach verheerenden Überschwemmungen im Himalaya-Gebiet würden tausende Familien ums Überleben kämpfen. Die Caritas leiste über Partner vor Ort Nothilfe. Für viele Menschen werde diese Hilfe zur Frage von Leben und Tod. "Die Bilder, die uns aus Nepal erreichen, sind dramatisch. Menschen haben innerhalb weniger Minuten alles verloren. Häuser wurden fort-, Familien auseinandergerissen, ganze Gemeinden stehen vor dem Nichts. Das Ausmaß dieser Katastrophe ist erschütternd", so Alexander Bodmann, Vizepräsident der Caritas Österreich, in einer Aussendung am Donnerstag.
Binnen weniger Stunden hat am Mittwoch eine gewaltige Flutkatastrophe Teile Nepals verwüstet. Wassermassen, Schlamm und Geröll rissen Häuser, Straßen und Brücken mit sich. Ganze Dörfer wurden zerstört, tausende Menschen verloren ihr Zuhause. Fast 1.500 Menschen würden vermisst, darunter rund 800 Ausländer, teilten die Behörden am Donnerstag mit. Bisher gebe es 165 Tote. Die Zahl werde aber voraussichtlich weiter steigen.
Hilfsorganisationen suchen unter schwierigsten Bedingungen nach Vermissten. Zahlreiche Straßen sind verschüttet oder unpassierbar, viele Orte von der Außenwelt abgeschnitten. "Für die Betroffenen zählt jetzt jede Stunde. Während vielerorts nach Vermissten gesucht wird, brauchen tausende Menschen dringend Schutz, Nahrung und Unterstützung. Jetzt kommt es auf schnelle Hilfe an", so Bodmann.
Während die Einsatzkräfte weiterhin nach Überlebenden suchen, würden die Partnerorganisationen der Caritas bereits daran arbeiten, die betroffenen Menschen mit lebenswichtiger Hilfe zu unterstützen. Die Schadensaufnahme laufe auf Hochtouren, ebenso die Erhebung des dringendsten Bedarfs in den betroffenen Regionen. Die Caritas Nepal sei seit Jahrzehnten in der Katastrophenhilfe tätig und eng mit den Gemeinden vor Ort verbunden. Gemeinsam mit lokalen Organisationen, Freiwilligen und Behörden würden nun die ersten Hilfsmaßnahmen koordiniert und vorbereitet.
Bodmann: "In den ersten Tagen nach einer Katastrophe entscheidet sich oft, wie schwer die Folgen für die Menschen werden. Deshalb ist es entscheidend, rasch dort Hilfe zu leisten, wo die Not am größten ist. Was wir jetzt erleben, ist ein Wettlauf gegen die Zeit. Jede Spende hilft dabei, Menschen zu versorgen und Familien neue Hoffnung zu geben." Benötigt würden vor allem sichere Notunterkünfte, Trinkwasser, Lebensmittel, Hygieneartikel und medizinische Versorgung. Viele Menschen könnten derzeit nicht in ihre Häuser zurückkehren oder hätten überhaupt kein Zuhause mehr.
(Spendenkonto: Caritas, IBAN: AT23 2011 1000 0123 4560, Kennwort: Katastrophenhilfe Nepal, Online spenden: https://www.caritas.at/katastrophenhilfe-nepal)
Katholischer Administrator: "Gewaltige Katastrophe"
Von schweren Zerstörungen und vielen Toten und Verletzten berichtete auch Silas Krishna Bogati, Leiter des Apostolischen Vikariats Nepal der katholischen Kirche. Bogati, der die Caritas Nepal über ein Jahrzehnt lang leitete, sagte dem Nachrichtenportal "Crux", die Kirche prüfe, wie sie die Rettungs- und Hilfsmaßnahmen am besten unterstützen könne. "Die katholische Kirche wird gemeinsam mit Caritas das Ausmaß der Katastrophe bewerten und einen Hilferuf an die Caritas-Partner richten", sagte Bogati.
Der Apostolische Vikar erinnerte, dass es in der Region schon vor einem Jahr eine Sturzflut gegeben habe, bei der mehrere Menschen starben. "Dies ist das zweite Mal, dass wir in dieser Gegend mit einer solchen Katastrophe konfrontiert sind, aber diese ist gewaltig", sagte er.
Nepalesische Behörden gaben bekannt, dass viele der Opfer Pilger auf dem Weg zum für Hindus und Buddhisten heiligen Berg Kailash in Tibet waren. Durch das Katastrophengebiet führe der Pilgerweg zum Manasarovar-See, berichtete auch Administrator Bogati. Es handle sich zudem um eine beliebte Route für Wanderer und Trekkingbegeisterte.
Quelle: kathpress