
Erzdiözese Wien ehrt scheidenden Kommunikationschef Prüller
Mit einer hohen kirchlichen Auszeichnung hat die Erzdiözese Wien hat am Freitag ihren langjährigen Kommunikationschef Michael Prüller verabschiedet, der mit September in den Ruhestand tritt. Bei einem Gottesdienst im Wiener Erzbischöflichen Palais mit Kardinal Christoph Schönborn und Erzbischof Josef Grünwidl wurde dem 65-Jährigen mit der Stephanusmedaille in Gold die höchste diözesane Auszeichnung verliehen. Der frühere "Presse"-Journalist Prüller war seit 2011 Kommunikationschef der nach Katholikenzahl größten Diözese Österreichs und Pressesprecher des Wiener Erzbischofs. Nachfolger wird der zuletzt als Leiter der digitalen Kommunikation im Wirtschaftsministerium tätige Benedikt Neumayer, wie die Erzdiözese schon im Juli bekanntgegeben hatte.
An der Feier in der Andreaskapelle im Erzbischöflichen Palais nahmen auch Prüllers Familie sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter teil. Erzbischof Grünwidl stellte seine Predigt bei dem Gottesdienst unter das Leitwort "Zeit zum Aufstehen". Ausgehend vom Evangelium von den klugen und törichten Jungfrauen und vom Tagesheiligen Augustinus erinnerte der Erzbischof daran, dass christliche Wachsamkeit mehr sei als bloße Aufmerksamkeit. Das Öl in den Lampen stehe für Glaube, Hoffnung und Liebe: "Wer liebt, glaubt und hofft, der leuchtet, der geht Christus, dem Bräutigam, entgegen, der ist hellwach."
"Geistig und geistlich hellwach"
Diese Wachsamkeit bescheinigte Grünwidl auch dem scheidenden Kommunikationschef. Prüller sei "geistig und geistlich hellwach". In zahlreichen schwierigen und kritischen Situationen habe er Kardinal Schönborn und zuletzt auch ihn selbst klug beraten und sei der Erzdiözese zur Seite gestanden.
Der Wiener Erzbischof erinnerte auch an den Beginn von Prüllers Tätigkeit im Mai 2011, der unmittelbar in eine Zeit erheblicher medialer Herausforderungen fiel. Wenig später veröffentlichte die Pfarrer-Initiative ihren "Aufruf zum Ungehorsam". Auch in den folgenden Jahren habe es zahlreiche stürmische Situationen gegeben. Prüller habe, so Grünwidl, durch seine Beratung und Ruhe dazu beigetragen, die Erzdiözese sicher durch diese Situationen zu führen.
Prüller selbst betonte in seiner kurzen Dankesrede, dass er die Auszeichnung nicht als persönliche Ehrung allein verstehe. In der Kirche arbeite niemand als Solist, sondern immer "mit anderen, durch andere und auch stellvertretend für andere". Die Stephanusmedaille stehe daher für ein gemeinsames Werk von Team und Familie: "Es ist unsere Stephanusmedaille, nicht meine."
Quelle: kathpress