
Ordensmann Sandesh: "Minimalismus ist franziskanisch"
Auf die Aktualität der franziskanischen Spiritualität hat der Ordensmann und bekannte Musiker und Youtube-Star, P. Manuel Sandesh, hingewiesen. "Sehr viele Menschen entdecken heute, dass die einfachen Dinge im Leben glücklich machen", erklärte Sandesh im Interview mit der Zeitschrift "miteinander" des Canisiuswerkes. "Minimalismus ist in. Das ist definitiv sehr franziskanisch". Sandesh äußerte sich aus Anlass des Jubiläumsjahres zum 800. Todestag des heiligen Franz von Assisi, das die Kirchen und Ordensgemeinschaften aktuell begehen. Die österreichischen Ordensgemeinschaften haben etwa die am 1. September beginnende "Schöpfungszeit" dem Gedenken an den Heiligen gewidmet.
Im Wiener Franziskanerkloster, dem Sandesh angehört, wird das Jubiläum u.a. mit verschiedenen Veranstaltungen gefeiert. Am vergangenen Freitag etwa fand ein Vortrag zum Thema "800 Jahre Franziskus: Schöpfung und Frieden" im Klostergarten statt; am Sonntag, 30. August, wurde ein Gottesdienst unter dem Motto "Mit Franziskus in Frieden leben" gefeiert. Sandesh selbst veranstaltet Konzerte in Österreich und Deutschland, bei denen er für Franziskus wirbt.
Armut als Ideal, aber anders als bei Franziskus
Ihn habe die "Einfachheit von Franziskus" immer sehr berührt, berichtete der Ordensmann gegenüber dem "miteinander" von seiner eigenen Berufungsgeschichte. "Seine Liebe für Jesus, sein Umgang mit der Schöpfung haben mich inspiriert", so Sandesh über Franziskus. Der gebürtige Inder hat in seiner Heimat nach der Schule ein Jahr bei den Franziskanern gelebt und sich dann zu einem Ordenseintritt entschieden.
Heute werde die Armut des Franziskus weiterhin im Orden gelebt, jedoch anders als zur Zeit des Heiligen: "Wir leben die Armut nicht ganz so radikal wie Franziskus damals, der ohne Sandalen blieb und barfuß unterwegs war. Armut bedeutet für uns zum Beispiel, dass wir das, was wir verdienen, in einen Topf werfen. Natürlich benötigen wir bestimmte Dinge für unsere Arbeit. Wir besitzen Handys, Computer, ich habe natürlich als Musiker auch eine Gitarre. Die muss einen guten Klang haben. Armut bedeutet für uns auch, Einfachheit und Schönheit in den kleinen Dingen entdecken."
Quelle: kathpress