
Vorarlberg: "Sternenbänkle" erinnern an früh verstorbene Kinder
In Vorarlberg erinnern mittlerweile 66 sogenannte "Sternenbänkle" an Kinder, die vor, während oder unmittelbar nach der Geburt verstorben sind. Das Projekt des Vereins "VergissMichNicht - Sternenkinder Fotografie" soll Sternenkinder stärker ins Bewusstsein der Öffentlichkeit rücken und betroffenen Familien Orte für Erinnerung und Trauer bieten, berichtet das "Vorarlberger Kirchenblatt" in seiner aktuellen Ausgabe.
Die Bänke wurden an besonders schönen Plätzen in insgesamt 37 Vorarlberger Gemeinden und Städten aufgestellt. Sie laden zum Innehalten, Erinnern und Gespräch ein und stehen laut dem Verein für "gelebte Solidarität, Mitgefühl und Erinnerung". Im vergangenen Jahr war das Projekt zunächst in den 24 Gemeinden des Bregenzerwaldes umgesetzt worden, inzwischen wurde es auf weite Teile des Landes ausgeweitet, darunter auch Bregenz, Bludenz, Dornbirn, Göfis und Lustenau.
Als Sternenkinder werden Kinder bezeichnet, die vor, während oder unmittelbar nach der Geburt verstorben sind. Nach Angaben des gleichnamigen Vereins gibt es in Vorarlberg rund 1.000 Sternenkinder pro Jahr, wenn auch sehr frühe Schwangerschaftsverluste mitgerechnet werden. Der Verein selbst wird durchschnittlich alle zehn Tage zu einem Einsatz für eine kostenlose Erinnerungsfotografie gerufen.
Über Jahrzehnte sei der Verlust von Sternenkindern gesellschaftlich weitgehend tabuisiert worden. Der Verein will mit seinen Angeboten dazu beitragen, dass betroffene Eltern mit ihrer Trauer wahrgenommen werden. "Die Sternenbänkle sollen die Sternenkinder in die Mitte der Gesellschaft holen", erklärte Obmann Andreas Uher. Auf jeder Bank befindet sich zudem ein QR-Code, der zum SozialKompass Vorarlberg führt. Dort sind Beratungs- und Unterstützungsangebote für Betroffene und Angehörige gebündelt. Die Informationen werden laufend aktualisiert.
Uher zeigte sich über die Unterstützung der Gemeinden erfreut: "Es zeigt, dass mit vergleichsweise geringem Aufwand etwas Großartiges entstehen kann." Auch weitere Gemeinden will der Obmann für das Projekt zu gewinnen.
Quelle: kathpress