
Neue Homepage begleitet Seligsprechung von Titus Helde
Eine neue Homepage bündelt Informationen und aktuelle Arbeiten zum Seligsprechungsverfahren für den Salvatorianerpater Titus Helde (1905-1945). Die Seite www.salvatorianer.at/seligsprechung soll "keine Biografie im klassischen Sinn anbieten, sondern kompakt beantworten, wer war das, und was geschieht", sagte Postulator Martin Kolozs am Mittwoch im Gespräch mit Kathpress. Der Journalist ist seit längerem mit der Aufarbeitung der Causa befasst.
Derzeit befinde sich das Seligsprechungsverfahren im "Informationsprozess". Kolozs recherchiert in Archiven in Österreich sowie in Heldes Heimatpfarre in Radolfzell am Bodensee sowie in der Erzdiözese Freiburg. Zugleich laufe eine Suche nach weiteren Zeitzeugen. Derer gebe es nur noch wenige: Viele seien damals selbst noch Kinder gewesen, ihre Erinnerungen lägen entsprechend lange zurück. Die Aussagen über Helde seien dennoch "recht einig in der Wahrnehmung".
Als Märtyrer verehrt
Helde wurde 1905 in Radolfzell geboren, trat 1926 in die Gemeinschaft der Salvatorianer ein und wurde 1938 zum Priester geweiht. In den letzten Kriegstagen 1945 stellte er sich in Mistelbach vor eine Gruppe Frauen, um sie vor Übergriffen durch die vorrückenden russische Soldaten zu schützen. Dabei wurde dabei von einem Rotarmisten erschossen. Bereits kurz nach seinem Tod wurde er als Märtyrer verehrt.
"Tatsächlich ist Helde schon als Märtyrer anerkannt", erklärte Kolozs mit einem Verweis auf die Nennung im deutschsprachigen Martyrologium. Für die weitere Befassung in Rom sei jedoch noch mehr Aufarbeitung nötig. Nach Abschluss der Arbeiten in der Erzdiözese Wien soll die Causa an das zuständige Dikasterium in Rom weitergeleitet werden.
Schriftliche Quellen zum Tod des Ordenspriesters gebe es schon länger, zusätzlich wird in Kriegsarchiven nach Dokumenten gesucht. Kolozs schloss nicht aus, dass noch bislang unbekannte Unterlagen gefunden werden wie etwa Schriften, Tagebücher von Helde oder Familienmitgliedern. Gerade aus der Kriegs- und Nachkriegszeit sei allerdings allgemein "viel vernichtet worden und verloren gegangen".
Vorbild für Zivilcourage
Parallel zur Recherche soll die öffentliche Wahrnehmung Heldes ausgebaut werden. In Mistelbach findet bereits jährlich rund um seinen Geburtstag und Todestag ein Gedenkgottesdienst statt. Geplant ist zudem eine weitere Tafel bei der nach Helde benannten Straße, die auf sein Martyrium hinweist. In Überlegung ist laut Kolozs außerdem ein österreichweit ausgeschriebener Zivilcourage-Preis, der mit Helde verbunden sein könnte.
Die neue Homepage soll diese Aktivitäten dokumentieren und zugleich einen niederschwelligen Zugang zu Helde ermöglichen. Sie umfasst laut Kolozs die Bereiche Leben, Dokumentation und Inspiration. Er wolle Helde dabei nicht ausschließlich innerhalb des Ordens verorten: "Er soll kein Märtyrer der Salvatorianer sein." Vielmehr solle sein Zeugnis "in die Gesamtkirche" und darüber hinaus in die Gesellschaft wirken, was auch ein Anliegen des Wiener Erzbischofs Josef Grünwidl sei. Als zeitgemäßen Zugang sieht Kolozs insbesondere das Thema Zivilcourage. (Infos: www.salvatorianer.at/seligsprechung)
Quelle: kathpress