800. Todestag:
Feiern für Franz von Assisi in ganz Österreich
800. Todestag:
Feiern für Franz von Assisi in ganz Österreich
Am 3. Oktober jährt sich der Tod des heiligen Franz von Assisi zum 800. Mal. Der 1226 verstorbene Ordensgründer zählt bis heute zu den bekanntesten Heiligen der katholischen Kirche. Sein Leben in radikaler Einfachheit, seine Nähe zu den Armen und seine besondere Verbundenheit mit der Schöpfung haben ihn weit über die franziskanischen Orden hinaus zu einer prägenden Gestalt gemacht. Quer durch Österreich erinnern zum Jubiläum zahlreiche Gottesdienste, Ausstellungen, Wallfahrten, Konzerte und Diskussionsveranstaltungen an Franziskus und fragen zugleich nach der Aktualität seiner Botschaft.
Bereits gut eine Woche vor dem Jubiläumstag laden die Ordensgemeinschaften Österreich gemeinsam mit dem Ökumenischen Rat der Kirchen, Religions for Future Vienna, Fridays for Future Austria und dem Umweltbüro der Erzdiözese Wien am 24. September um 18 Uhr zu einer ökumenischen Feier zum 800. Todestag des heiligen Franz von Assisi in die Wiener Franziskanerkirche. Der Gottesdienst unter dem Titel "Ehrfurcht vor allem Lebendigen" steht im Zeichen interreligiöser Gastfreundschaft. Anschließend ist eine Agape im Refektorium vorgesehen.
Franziskus-Wochenende in Wien
Von 2. bis 4. Oktober erinnert im Wiener Stephansdom ein festliches Triduum anlässlich des 800. Todestags an den heiligen Franz von Assisi. Das Programm verbindet Gebet, Musik, Begegnung und soziales Engagement. Den Auftakt bildet am 2. Oktober um 17 Uhr ein "Sieben Freuden-Rosenkranz". Am selben Abend folgt um 22.15 Uhr der Kulturabend "Der Sonnengesang - Lebensmelodie des hl. Franz von Assisi" mit Erzbischof Josef Grünwidl, Schauspieler Cornelius Obonya und dem früheren Domorganisten Peter Planyavsky.
Am 3. Oktober findet um 12.30 Uhr im Curhaus am Stephansplatz ein Festmahl für arme Menschen aus Wien statt. Um 18 Uhr folgt im Dom die zentrale Feier zum Heimgang des Heiligen mit einer Lichterprozession und einer Eucharistiefeier unter dem Vorsitz von Erzbischof Grünwidl. Am 4. Oktober stehen die Schöpfung und der achtsame Umgang mit Tieren im Mittelpunkt: Dompfarrer Toni Faber segnet um 16 Uhr Tiere auf dem Stephansplatz. Den Abschluss bildet um 18 Uhr eine Schöpfungsmesse mit Faber, Generalvikar Andreas Kaiser und Wiener Obst-, Wein- und Gemüsebauern.
Gleich in unmittelbarer Nachbarschaft erinnern auch die Wiener Franziskaner am 3. und 4. Oktober mit zwei Gottesdiensten an den 800. Todestag ihres Ordensgründers. Am Samstag, 3. Oktober, wird um 16.30 Uhr die traditionelle "Transitus"-Messe zum Heimgang des heiligen Franziskus gefeiert. Am Sonntag folgt um 11.15 Uhr der Festgottesdienst zum Hochfest des Heiligen mit der Messe in D-Dur von Antonín Dvorák, op. 86, gestaltet von der Cappella Albertina. Die Festpredigt hält P. Prior Markus Langer. Anschließend laden die Franziskaner zur Begegnung im Kloster ein.
Innsbruck: Pilgern und Religionsdialog
Ein "Franziskus-Wochenende" gibt es vom 3. bis 5. Oktober auch in Innsbruck, mit religiöser und interreligiöser Ausrichtung und Themen wie Frieden und Schöpfungsverantwortung. Zum Auftakt führt eine gemeinsame Wanderung auf der "Via Laudato si'" vom Haus der Begegnung in Innsbruck ins Wipptal. Der neue Pilger- und Bildungsweg verbindet an zwölf Stationen Spiritualität mit Fragen der Nachhaltigkeit und Schöpfungsverantwortung. Am Sonntag folgt um 10 Uhr eine Festmesse mit Bischof Hermann Glettler im Innsbrucker Dom.
Weitere Programmpunkte greifen Franziskus' Einsatz für Frieden und seine Begegnung mit dem muslimischen Sultan al-Kamil auf. Bei der interreligiösen Veranstaltung "Schöpfung verbindet" an der Friedensglocke in Telfs soll gemeinsam ein Zeichen für Dialog und gegenseitige Wertschätzung gesetzt werden. Ein Vortrag mit anschließendem christlich-muslimischem Podium widmet sich der Frage, welche Impulse die Begegnung von Franziskus und Sultan al-Kamil heute für das Zusammenleben von Religionen und Kulturen geben kann. Auch die franziskanischen Ordensgemeinschaften in Tirol beteiligen sich mit Transitusfeiern, einem Minitag und weiteren Angeboten zum Jubiläumsjahr.
Festival und Symposium in Enns
In Oberösterreich laden das Franziskanerkloster Enns und der Verein Collegium Ennsegg vom 2. bis 4. Oktober zum dreitägigen Festival "FRANZ800". Im Zentrum steht am 3. Oktober das Symposium "FUTURE FRANZ" im Schloss Ennsegg. Unter den Leitworten "Frieden, Klima, Gemeinwohl, Erneuerung" wird diskutiert, welche Impulse Franz von Assisi 800 Jahre nach seinem Tod für Klimakrise, gesellschaftlichen Wandel, gerechtes Wirtschaften und die Erneuerung der Kirche geben kann.
Eröffnet wird das Symposium am Freitag, 2. Oktober, um 18.30 Uhr im Pfarrzentrum Enns mit einem Impuls von Franziskanerprovinzial P. Fritz Wenigwieser. Am Samstag folgen Vorträge unter anderem zur Klimakrise, zu Franziskus und Klara aus kirchenhistorischer und gendertheologischer Perspektive sowie zur Gemeinwohl-Ökonomie. Umweltlandesrat Stefan Kaineder (Grüne) spricht über Schöpfungsverantwortung. Mehrere moderierte Podiumsdiskussionen ergänzen das Programm.
Am Samstagabend erinnert eine Transitus-Feier an den Heimgang des heiligen Franziskus; dabei soll eine Neuvertonung des "Sonnengesangs" uraufgeführt werden. Am Sonntag, 4. Oktober, stehen unter anderem eine ökumenische Wortgottesfeier und Tiersegnung unter dem Titel "ALL CONNECTED" sowie ein Orgelkonzert mit Katharina Zauner auf dem Programm. Die Veranstalter haben "FRANZ800" als "Green Event" zertifizieren lassen und empfehlen eine klimaschonende Anreise.
Graz: Symposium mit Soziologe Joas
Kurz nach dem Jahrestag findet in Graz das zweitägige Symposium "Begegnung leben. Franz von Assisi für die Welt von heute" statt. Die Veranstaltung des Franziskanerklosters und der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Graz beginnt am 8. Oktober um 18.30 Uhr im Meerscheinschlössl mit einem Vortrag des Soziologen Hans Joas über "Universalismus. Weltherrschaft und Menschheitsethos". Am 9. Oktober folgen im Franziskanerkloster Vorträge, Workshops und Diskussionen, unter anderem mit Sr. Anna Elisabeth Rifeser OSF, Martin Lintner, Wolfgang Palaver und Bernd Hillebrand.
Thematisch geht es um Franziskus' Begegnungserfahrungen, den Sonnengesang, das Verhältnis zu Tieren und Frauen, Armut und Geschwisterlichkeit sowie die Schöpfung. Auch die ökumenische Perspektive wird mit einem Workshop über Franziskus und Luther aufgegriffen. Ein Musikvortrag von Harald Haslmayr über Franziskus als Inspirationsquelle für die Musik beschließt das Programm. Die Veranstalter wollen damit zeigen, welche Impulse die franziskanische Spiritualität für gesellschaftliche, ökologische und kirchliche Fragen der Gegenwart bietet. Anmeldung bis 30. September.
Zwei Franziskus-Ausstellungen in Salzburg
Im DomQuartier Salzburg ist noch bis 2. November die Ausstellung "LebensKunst. 800 Jahre Franz von Assisi" zu sehen. Die Schau des Dommuseums beleuchtet Leben und Nachwirken des Ordensgründers anhand von Kunstwerken, Schriften und Gebrauchsgegenständen vom Mittelalter bis in die Gegenwart. Im Mittelpunkt stehen Themen wie Gottesbeziehung, Verkündigung, der Einsatz für Arme und Kranke, Frieden und die Verbundenheit mit der Schöpfung.
Für die kommenden Wochen sind mehrere Veranstaltungen vorgesehen. Am 16. September findet um 15 Uhr eine Kuratorenführung statt, am 25. September folgt die Gesprächsreihe "Caritas, Kredit und Wohlfahrt" über die Franziskaner und die Monti di Pietà im Italien des 15. und 16. Jahrhunderts. Am 20. September und 18. Oktober gibt es jeweils um 15 Uhr das Familienangebot "Family on Tour, Grüß dich Franz". Eine weitere Kuratorenführung ist für 31. Oktober um 11 Uhr angesetzt.
Gleich auch noch eine zweite Ausstellung zum Heiligen aus Assisi gibt es in Salzburg: Im Kreuzgang des Franziskanerklosters der Mozartstadt eröffnet am 27. September die Schau "Das Leben des Hl. Franziskus". Zu sehen sind 20 Wachsreliefs mit Szenen aus dem Leben des "Poverellos", die der oberösterreichische Bildhauer Peter Hans Dimmel 1977/78 als Vorarbeiten für ein Bronzetor der Kreuzschwesternkirche in Linz geschaffen und der Ordensgemeinschaft geschenkt hatte. Die Ausstellung wurde von Silvia Giuliani OFS und Kreuzschwester Irmlinde Lang gestaltet und wird von Texten aus franziskanischen Quellenschriften sowie heutigen Deutungen begleitet. Sie ist bis 21. November täglich von 8.30 bis 11.30 Uhr bei freiem Eintritt zugänglich.
Radwallfahrt für Familien
Auch Angebote für Kinder und Jugendliche findet man zum Franziskus-Tag. Im Burgenland findet am 3. Oktober eine Radfallfahrt "Tour de Franz von Assisi" statt, eine familienfreundliche Radwallfahrt für Kinder, Familien sowie Jungschar- und Ministrantengruppen mit Start in Breitenbrunn. Auf mehreren Stationen werden Bewegung, Gebet und Impulse zur Schöpfungsverantwortung verbunden. Themen sind unter anderem die Wahrnehmung der Natur, das Recht auf sauberes Trinkwasser und saubere Luft sowie Verantwortung für kommende Generationen. Die Stationen greifen dabei franziskanische Spiritualität ebenso auf wie ökologische Kinderrechte. Nach der Radwallfahrt ist am Neuen Strand in Breitenbrunn ein Nachmittagsprogramm vorgesehen.
Quelle: Kathpress
