
Steyler Missionare gedenken vor OMV-Raffinerie Opfer des Klimawandels
Die Steyler Missionare haben bei einer Mahnwache vor der OMV-Raffinerie in Mannswörth in Niederösterreich der Opfer des Klimawandels gedacht und zugleich die fossile Energiegewinnung kritisiert. "Wir möchten beklagen und betrauern, dass durch das Verbrennen von Öl und anderen fossilen Energieträgern so viel Schaden angerichtet wird: An Gut und Leben von Menschen, am Klima, an der Mitwelt, an Gottes guter Schöpfung", erklärte dazu Br. Emanuel Huemer in einer Aussendung. Die Raffinerie sei als Ort fossiler Treibstoffproduktion gewählt worden, weil sie nach Ansicht der Veranstalter in ursächlichem Zusammenhang mit den klimabedingten Sorgen stehe.
Im Mittelpunkt des Gedenkens unter dem Motto "S' is a Kreuz mit dem Öl..." am Samstag standen Menschen, die bereits heute unter den Folgen der Erderwärmung leiden. Das betreffe insbesondere den Globalen Süden, aber zunehmend auch Europa und Österreich, so Huemer. "Die Menschen, die am wenigsten zu der klimatischen Veränderung beitragen, leiden bereits jetzt am stärksten darunter", kritisierte der Ordensmann. In Österreich habe der heiße Sommer die Folgen des Klimawandels ebenfalls im Alltag spürbar gemacht. Der Orden verwies dabei auf die knapp 400 Todesfälle im Juli 2026, die das österreichische Gesundheitsministerium ursächlich mit Hitze in Zusammenhang gebracht hat.
An der Mahnwache nahmen neben Huemer unter anderem der Rektor von St. Gabriel, P. Franz Pilz, Provinzial P. Christian Stranz und der Leiter der Missionsprokur, P. Stephan Dähler, teil.
Hitze zeige zudem die sozialen Unterschiede auf und treffe nicht alle gleich, hieß es. "Unser Gedenken galt den vielen Menschen, die es sich nicht 'richten' können. Jenen, deren Arbeitsplatz unerträglich heiß ist, den Kindern, die in dicht besiedelten Bezirken keinen Platz zum Abkühlen finden und den Vulnerablen in unserer Gesellschaft, etwa Alten, Kranken und pflegebedürftigen Personen", erklärte Huemer, u. a. im Team "Gerechtigkeit-Friede-Bewahrung der Schöpfung" aktiv, das Ziel der Initiative.
Die Mahnwache begann am Bahnhof Mannswörth und führte über die OMV-Raffinerie zu einer Feuerwehrstation und zurück. Bei einem Stationengottesdienst wurde ein Kreuz mit fünf "Kreuzsplittern" versehen, die für verschiedene vom Klimawandel betroffene Gruppen standen. Die Aktion nahm damit Bezug auf das am 14. September begangene kirchliche Fest Kreuzerhöhung. "Wird man sich der Ausmaße der gerade vor sich gehenden Umbrüche wie der Biodiversitätskrise und der Klimakatastrophe gewahr, ist die Rede von der 'Gekreuzigten Schöpfung' nicht weit hergeholt", sagte Huemer.
Quelle: Kathpress