Familienverband fordert Nachschärfungen bei Social-Media-Verbot
Der Katholische Familienverband Österreichs (KFÖ) begrüßt das von der Bundesregierung geplante Social-Media-Verbot für Jugendliche unter 14 Jahren, fordert jedoch eine massive Nachschärfung des Gesetzesentwurfs. So müsse die Altersgrenze auf 16 Jahre angehoben und das Verbot auch auf Messenger-Dienste wie Snapchat sowie KI-Anwendungen ausgeweitet werden, forderte die Organisation in einer Aussendung am Montag.
Gerade Messenger-Dienste arbeiteten mit manipulativen Mechanismen wie Push-Nachrichten, die zur vermehrten Nutzung animierten. Zudem brauche es politische Maßnahmen, die Eltern im Alltag real mehr Zeit für ihre Kinder verschafften. Dazu gehörten partnerschaftliche und planbare Arbeitszeitmodelle, die Anerkennung von Betreuungsarbeit sowie verlässliche und leistbare Betreuungsstrukturen.
"Wir schützen Kinder vor Alkohol, vor Nikotin, vor Glücksspiel. Es ist konsequent, sie auch vor Geschäftsmodellen zu schützen, die auf ihre Aufmerksamkeit abzielen", betonte Peter Mender, Präsident des Katholischen Familienverbandes. Selbstregulation und ein reflektierter Umgang mit digitalen Medien ließen sich bei jüngeren Kindern nicht voraussetzen.
Positiv hob Mender hervor, dass der Entwurf die Plattformbetreiber in die Pflicht nehme. "Aus familienpolitischer Sicht reicht es nicht, Eltern aufzufordern, die Bildschirmzeit zu kontrollieren, während Plattformen Geschäftsmodelle einsetzen, die auf möglichst lange und intensive Nutzung ausgerichtet sind." Zugleich weist der Familienverband darauf hin, dass mediale Dauernutzung nicht allein eine Folge der Plattformgestaltung sei. "Sie ist auch Ausdruck fehlender Zeit für Beziehung. Wenn beide Elternteile Vollzeit arbeiten müssen und Betreuungslücken faktisch durch ein Gerät gefüllt werden, greift ein Zugangsverbot zu kurz", so Mender.
KFÖ warnt vor simulierten Beziehungen durch KI
Ein zentraler Kritikpunkt des KFÖ ist die Ausklammerung Künstlicher Intelligenz aus dem Gesetz. Sogenannte KI-Begleiter oder Chatbots kombinierten personalisierte Ansprache und ständige Verfügbarkeit mit einer simulierten persönlichen Beziehung. "Wo ein System Zuwendung simuliert, entsteht eine Bindung, die ein Kind nicht einordnen kann", warnte Mender vor möglichen emotionalen Abhängigkeiten.
Quelle: Kathpress
