Diözesen unterstreichen Leistungen der Kirche für Allgemeinheit
Die Österreichische Bischofskonferenz hat am Mittwoch die Kirchenstatistik für das Jahr 2025 veröffentlicht und zugleich eine Leistungsbilanz vorgelegt, die zeigt, welche wichtigen Dienste an der Allgemeinheit die Katholische Kirche in Österreich verrichtet. Die Diözesen haben in eigenen Aussendungen diese jeweiligen Daten und Leistungen erläutert. Katholisch.at fasst die Ergebnisse im Folgenden zusammen:
Diözese Linz setzt auf Seelsorge und Bildung
Die Diözese Linz will trotz notwendiger Sparmaßnahmen bewusst Schwerpunkte in Bereichen setzen, die sie für die Zukunft der Gesellschaft als besonders wichtig erachtet. Dazu zählen laut Michael Münzner, Leiter des Bereichs Verkündigung und Kommunikation der Diözesanen Dienste, "insbesondere Bildungsangebote für Kinder, Jugendliche und Erwachsene, die Begleitung von Menschen in allen Lebensphasen, die Seelsorge in den Pfarren sowie vielfältige Angebote der Beratung und Unterstützung". Münzer äußerte sich am Mittwoch in einer Aussendung anlässlich der Veröffentlichung der amtlichen Kirchenstatistik, des Finanzberichts und einer Leistungsbilanz 2025.
Münzner betonte: "Gerade in einer Zeit, die von Unsicherheit, Krisen und Umbrüchen geprägt ist, wollen wir weiterhin nahe bei den Menschen sein und ihnen die christliche Hoffnung verkünden." Es gelte, "Hoffnung, Solidarität und gesellschaftlicher Zusammenhalt" zu stärken: "Wir wollen als Kirche auch künftig ein Ort der Gemeinschaft sein, der Menschen Sinn und Halt gibt und einen Beitrag für ein gutes Miteinander in Oberösterreich leistet." Er wolle allen herzlich danken, die mit ihrer Kirchenmitgliedschaft und ihrem Kirchenbeitrag die vielfältigen Angebote der Katholischen Kirche in Oberösterreich ermöglichten. Zugleich sei es schmerzlich, dass sich auch im vergangenen Jahr viele Menschen entschieden hätten, die katholische Kirche zu verlassen, so Münzer: "Es ist uns wichtig, zuzuhören, das Gespräch zu suchen und zu verstehen, wo Menschen sich mit Kirche schwertun oder Verletzungen erfahren haben." Allen, die die Kirche verlassen haben, wolle er sagen: "Sie sind weiterhin willkommen. Eine Rückkehr ist jederzeit möglich, und wir freuen uns über alle, die diesen Schritt gehen."
Die Diözese Linz hatte im Jahr 2025 Einnahmen in der Höhe von 151,1 Mio. Euro (2024: 146,1 Mio.), davon kamen 111,2 Millionen Euro aus dem Kirchenbeitrag. 2025 wurden in der Katholischen Kirche in Oberösterreich 7.441 Personen getauft, 8.713 kirchliche Begräbnisse und 1.447 kirchliche Trauungen gefeiert sowie 7.822 Personen gefirmt. Es gab insgesamt 231 Diözesanpriester (144 davon aktiv im Dienst), 48 Weltpriester aus anderen Diözesen (alle aktiv), 192 Ordenspriester (150 davon aktiv) und 145 Ständige Diakone (112 davon aktiv). Insgesamt waren 376 hauptamtliche Laien (266 Frauen und 110 Männer) in der Seelsorge tätig.
Zwei Großprojekte im Bereich der Bildung hob die Diözese Linz in ihrer Aussendung hervor: die umfassende Generalsanierung des Bildungshauses Schloss Puchberg in Wels, des größten Bildungshauses der Diözese, sowie der neue "Campus 7 für Bildung, Wissenschaft und Soziales" auf dem Linzer Freinberg. Beide Projekte würden moderne Lern- und Begegnungsräume schaffen und den Bildungsstandort Oberösterreich nachhaltig stärken. Der Campus 7 vereint ab 2030 sieben Bildungs- und Forschungseinrichtungen an einem gemeinsamen Standort.
Weitere Bildungs-Kennzahlen, die die Diözese veröffentlichte: 2025 wurden in den 381 kirchlichen Kinderbildungs- und -betreuungseinrichtungen mehr als 20.000 Kinder betreut. Rund 13.000 Schülerinnen und Schüler besuchten 47 katholische Privatschulen in Oberösterreich. Über das Katholische Bildungswerk in den Pfarren wurden 2025 mit 4.700 Veranstaltungen 103.000 Menschen in allen Regionen Oberösterreichs erreicht.
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Tirol: Kirche bleibt verlässliche Begleiterin
Das vielfältige Wirken der Kirche hat der Innsbrucker Bischof Hermann Glettler hervorgehoben. Er äußerte sich in einer Aussendung anlässlich der Veröffentlichung der Kirchenstatistik, des Finanzberichts und der Leistungsbilanz 2025. Die Zahlen machten deutlich, dass Kirche weit mehr sei als die Feier von Gottesdiensten. Seelsorge finde in Pfarren, Krankenhäusern, Pflegeheimen, Schulen, Bildungseinrichtungen und vielen weiteren Bereichen des gesellschaftlichen Lebens statt, so der Bischof: "Kirche begleitet Menschen an den Schwellen des Lebens - in erfreulichen Momenten ebenso wie in Krankheit, Trauer und in schwierigen Situationen. Sie steht an der Seite von sozial Ausgegrenzten, wirkt in Bildung und Schulen, unterstützt Menschen in Not und engagiert sich für die Bewahrung der Schöpfung."
Mit Stichtag 31. Dezember 2025 lebten in der Diözese Innsbruck 341.329 Katholikinnen und Katholiken. Im Vergleich zum Vorjahr bedeutet dies laut Statistik einen Rückgang um 5.434 Personen beziehungsweise rund 1,6 Prozent. Im Jahr 2025 verzeichnete die Diözese Innsbruck 4.421 Kirchenaustritte. Das sind um 845 Austritte weniger als im Jahr zuvor. Gleichzeitig wurden 383 Wiederaufnahmen und 14 Aufnahmen registriert, zudem widerriefen 40 Personen ihren Austritt innerhalb der gesetzlichen Frist. Die Entwicklung zeigt laut Diözese, dass die Beziehung vieler Menschen zur Kirche differenzierter geworden ist und neben Austritten auch bewusste Schritte zurück in die kirchliche Gemeinschaft stattfinden.
Dazu erklärte Bischof Glettler: "Es erfüllt mich mit großer Dankbarkeit, dass unzählige Menschen ganz verlässlich die Aktivitäten unserer Kirche unterstützen. Dafür allen ein herzliches Dankeschön, besonders auch jenen, die nur selten an den Gottesdiensten teilnehmen." Dementsprechend unerfreulich sei aber auch jeder Kirchenaustritt, "weil dahinter Menschen mit ganz persönlichen Erwartungen stehen. Gleichzeitig ist Kirche weit mehr als das, was sich in Mitgliedszahlen und Statistiken abbilden lässt."
Die Diözese Innsbruck setzt weiterhin auf niederschwellige Angebote für Menschen, die sich erneut mit Kirche und Glauben auseinandersetzen möchten. Über die Website www.dibk.at/wiedereintritt ist eine erste Kontaktaufnahme unkompliziert möglich. Im Mittelpunkt stünden dabei persönliche Gespräche und individuelle Begleitung, hieß es in der Aussendung.
Im Jahr 2025 wurden in der Diözese Innsbruck 2.960 Taufen gefeiert, 3.937 Kinder empfingen die Erstkommunion, 3.266 Jugendliche das Sakrament der Firmung. Zudem fanden 578 kirchliche Trauungen statt, während bei 3.437 Begräbnissen Menschen und Familien in Zeiten des Abschieds begleitet wurden. Zum pastoralen Personal zählen 124 Diözesanpriester, 120 Ordenspriester, 70 Ständige Diakone sowie 203 Ordensfrauen und 37 Ordensbrüder. Darüber hinaus engagieren sich zahlreiche haupt- und ehrenamtliche Mitarbeitende in den unterschiedlichsten Bereichen kirchlichen Lebens.
In der Vorbereitung auf Erstkommunion und Firmung engagierten sich etwa 1.644 Frauen und Männer. 1.133 Personen begleiteten Kinder auf dem Weg zur Erstkommunion, weitere 511 unterstützten Jugendliche in der Firmvorbereitung. Hinzu kämen zahlreiche Menschen, die sich in Pfarrgemeinderäten, liturgischen Diensten, Kirchenmusik, Bildungsarbeit sowie im sozialen und karitativen Bereich einbringen. Sie würden einen unverzichtbaren Beitrag für das Zusammenleben in den Pfarren und darüber hinaus leisten, hieß es.
Kärnten: "Unkomplizierter Weg zurück in die Kirche"
Im Jahr 2025 wurden in Kärnten 2.423 Taufen, 2.838 Erstkommunionen und 2.587 Firmungen gefeiert sowie 537 kirchliche Trauungen geschlossen. Die Zahl der kirchlichen Begräbnisse lag bei 3.498. "Diese Pastoraldaten zeigen, dass die Menschen in Kärnten sich nach spiritueller Beheimatung, Gemeinschaft und Segen sehnen und die Begleitung der Kirche schätzen", so der Gurker Generalvikar Johann Sedlmaier in einer Aussendung am Mittwoch. Erfreut zeigte er sich über den Rückgang der Kirchenaustritte bei gleichzeitiger Zunahme der Wiedereintritte: "Die Möglichkeit zum Online-Wiedereintritt erleichtert vielen den ersten Schritt zurück in die kirchliche Gemeinschaft." Das Angebot sei "zeitgemäß und niederschwellig und eröffne Menschen einen unkomplizierten Weg zurück in die Kirche.
Aus der am Mittwoch veröffentlichten amtlichen Kirchenstatistik der österreichischen Bischofskonferenz geht hervor, dass mit Stichtag 1. Jänner 2026 320.276 Kärntnerinnen und Kärntner - das sind 56,19 Prozent der Gesamtbevölkerung Kärntens - römisch-katholisch waren. Im Vergleich zum Jahr 2024 bedeutet das einen Rückgang an Katholikinnen und Katholiken von rund 1,6 Prozent. 3.881 Personen sind im Jahr 2025 in Kärnten aus der Katholischen Kirche ausgetreten. Im Vergleich zu 2024 (4.561 Austritte) bedeutet dies einen Rückgang der Kirchenaustritte um rund 15 Prozent. Gestiegen ist wie bereits im Vorjahr die Zahl der Wiederein- und Übertritte. So gab es 2025 495 Aufnahmen durch Wiederein- und Übertritte (2024: 440).
Seit Juli 2025 gibt es in der Diözese Gurk die Möglichkeit, online unter www.kath-kirche-kaernten.at/wiedereintritt in die Katholische Kirche wiedereinzutreten. 95 Personen nutzten in der zweiten Hälfte des Vorjahres dieses Online-Angebot, was 20 Prozent der insgesamt 495 Aufnahmen entspricht. 42 Personen widerriefen 2025 ihren Austritt (2024: 35 Widerrufe).
Das Wirtschaftsjahr 2025 schloss die Diözese Gurk mit einem leicht positiven Gesamtergebnis ab. Operativen Gesamteinnahmen in der Höhe von 43,28 Mio. Euro stehen demnach betriebliche Ausgaben in der Höhe von 43,73 Mio. Euro gegenüber. Dies führt zu einem negativen Betriebsergebnis von 451.000 Euro. Unter Berücksichtigung des positiven Finanzergebnisses von 800.000 Euro auf Basis der nachhaltigen Veranlagung am Kapitalmarkt ergibt sich ein Jahresergebnis in der Höhe von rund 349.000 Euro.
Diözese Eisenstadt sieht stabile Entwicklung
Wie aus der aktuellen Kirchenstatistik hervorgeht, zählte die Katholische Kirche im Burgenland mit Stichtag 31. Dezember 2025 insgesamt 175.653 Katholikinnen und Katholiken, womit sich der Trend moderater Rückgänge gegenüber dem Vorjahr (2024: 177.848) fortsetzt, wie es die Diözese Eisenstadt am Mittwoch in einer Aussendung formulierte. Ein positives Signal zeigt sich laut Diözese bei den Kirchenaustritten, die mit 1.758 Personen im vergangenen Jahr spürbar unter dem Wert von 2024 (1.850 Austritte) lagen. Zugleich habe man neue, niederschwellige Wege des Zugangs eröffnet, hieß es in einer Aussendung am Mittwoch: 54 Personen nutzten das neue Service des Online-Wiedereintritts (https://www.martinus.at/wiedereintritt), um unkompliziert wieder Teil der katholischen Kirche zu werden.
Weitere Daten: Durchschnittlich rund 18.230 Gläubige feierten an den Erhebungssonntagen gemeinsam die Messe, es gab 1.151 Taufen und 270 Trauungen, 1.630 Erstkommunionen und 1.394 Firmungen. Das breite kirchliche Angebot beruhe auf dem Einsatz von 101 Diözesanpriestern, 33 Ständigen Diakonen und 98 Ordensleuten, die gemeinsam mit zahlreichen Haupt- und Ehrenamtlichen das kirchliche Leben vor Ort gestalten.
Die Diözese Eisenstadt verbinde ihren Seelsorgeauftrag in den Pfarren vor allem auch mit gelebter Schöpfungsverantwortung, wie es in der Aussendung weiter hieß. Als Vorzeigeprojekt für diesen Weg - die Kirche über zukunftsweisende Projekte greifbar zu machen - erweise sich die "Martinus Energiegemeinschaft", die sich als regionales Energie-Ökosystem im gesamten Burgenland etabliert habe. Über mittlerweile 36 Photovoltaikanlagen auf kirchlichen Dächern und Grundstücken werde der überschüssige Sonnenstrom nicht mehr anonym ins öffentliche Netz eingespeist, sondern innerhalb der Gemeinschaft direkt geteilt.
Mittlerweile seien bereits 65 Pfarren im Burgenland sowie diözesane Einrichtungen und Mitarbeitende Teil dieses Netzwerks. Im nächsten Schritt sollen auch Privatpersonen angesprochen werden. Das Prinzip bietet sowohl für Stromeinspeiser als auch für reine Strombezieher - selbst ohne eigene PV-Anlage - Vorteile und sei sehr unbürokratisch.
Steiermark: Kirche fördert in schwierigen Zeiten Gemeinschaft
Die Diözese Graz-Seckau sprach für die Steiermark in einer Aussendung von "soliden Zahlen". Beträchtlich sei etwa nach wie vor die Anzahl der Taufen (5.786), Firmungen (7.310) und Trauungen (1.198), wenn auch diese Zahlen entsprechend der demografischen Entwicklung leicht rückläufig sind. "Wir bringen bei diesen Feiern weiterhin mehrere hunderttausend Menschen zusammen und schaffen Gemeinschaften, in denen Freude entsteht. Das ist enorm wichtig in einer Zeit, in der viel auseinanderdriftet", so Diözesanbischof Wilhelm Krautwaschl. Zudem sind 1.263 Menschen 2025 zur Kirche zurückgekehrt; um zehn Prozent mehr als im Vorjahr. 82 Menschen haben ihren Austritt widerrufen.
Mit dem Mariatroster Pfarrer Dietmar Grünwald und dem emeritierten Dompropst Heinrich Schnuderl gibt es laut Diözese seit 2025 zwei Ansprechpartner für Wiedereintritte; das Interesse sei nachhaltig hoch.
Mit Stichtag 31. Dezember 2025 gab es in der Steiermark 714.637 (2024: 726.832) Katholikinnen und Katholiken; das ist 1,7 Prozent weniger als 2024. Etwa 56 Prozent der steirischen Bevölkerung waren Ende 2025 Mitglieder der Katholischen Kirche. Katholisch getauft sind in der Steiermark hingegen laut Aussendung 980.216 Menschen oder rund 77 Prozent der Bevölkerung.
Wirtschaftlich steht die Diözese Graz-Seckau laut Aussendung solide da. Die Einnahmen machten 2025 rund 128 Mio. Euro aus; (2024: 129 Mio Euro). Rund 78 Mio. Euro (2024: 80 Mio. Euro) der Einnahmen, also etwa zwei Drittel, stammen aus dem Kirchenbeitrag. 50 Prozent des Beitrages können inzwischen zweckgewidmet werden - für Bildung, Familienarbeit, Jugend, Kultur, Pfarren, Seelsorge, Soziales, Umwelt oder Weltkirche. (Infos dazu: https://www.katholische-kirche-steiermark.at/portal/kirchenbeitrag/zweckwidmung)
Insgesamt hat die Diözese Graz-Seckau 2025 ein positives Finanzergebnis von 3,6 Mio. Euro erwirtschaftet. Dieser Überschuss wird wiederum für kirchliche Zwecke verwendet, "denn die katholische Kirche ist nicht auf Gewinn ausgerichtet, sondern darauf, dass die Seelsorge funktioniert", wie es hieß. Der größte Teil der Ausgaben (56 Prozent) kommt den Pfarren und der Seelsorge zugute. Weitere Schwerpunkte der Katholischen Kirche Steiermark sind der Erhalt von Kulturgut durch Renovierungsarbeiten, Bildung, Kunst und Kultur sowie karitative Leistungen im Inland sowie Unterstützungen für die Weltkirche; etwa für die Ukraine.
Quelle: Kathpress
