
Erzdiözese Wien: Grünwidl weiht elf Männer zu Ständigen Diakonen
Am Samstag, 10. Oktober, wird der Wiener Erzbischof Josef Grünwidl im Stephansdom elf Männer zu Diakonen weihen. Die Feier beginnt um 15 Uhr. Die elf Männer, von denen die meisten verheiratet sind, werden künftig als Ständige Diakone in der Erzdiözese in vielfältigen Aufgabenfeldern ihren (ehrenamtlichen) Dienst versehen. Die Weiheliturgie wird im Livestream der Erzdiözese Wien übertragen (https://www.youtube.com/watch?v=7pDwHWpnrTA).
Diakone können im Auftrag des Bischofs bzw. des zuständigen Ortspfarrers Wort-Gottes-Feiern, Segnungen, Prozessionen und Begräbnisse leiten, predigen, taufen, kirchlichen Trauungsfeiern vorstehen sowie alten und kranken Menschen die hl. Kommunion bringen. Nicht ermächtigt sind Diakone dazu, heilige Messen zu feiern oder das Bußsakrament sowie die Krankensalbung zu spenden.
Für unverheiratete Weihekandidaten ist die Diakonweihe mit dem Zölibatsversprechen verbunden und eine meist einjährige "Durchgangsstufe" zur Priesterweihe. Seit 1968 können verheiratete, bewährte Männer mit Zustimmung ihrer Ehefrau zum Ständigen Diakon geweiht werden. Diese Ständigen Diakone übernehmen das Diakonat auf Lebenszeit.
Liturgie der Diakonenweihe
Bei der Weihezeremonie fragte der Bischof die Weihekandidaten nach ihrer Bereitschaft, den Glauben in Wort und Tat zu verkünden, das Stundengebet der Kirche zu pflegen, sich für Arme und Kranke einzusetzen, Heimatlosen und Notleidenden zu helfen und so ihr Leben nach dem Beispiel Christi zu gestalten. Die persönliche Antwort der Kandidaten: "Ich bin bereit".
Bei verheirateten Weihekandidaten wurden die Ehefrauen im Vorfeld nach ihrer Bereitschaft gefragt, ihre Männer im Dienst als Diakone zu unterstützen, was auch im Weihegottesdienst wiederholt wird. Bei unverheirateten Weihekandidaten bekräftigen diese ihre Bereitschaft, um des Himmelreiches willen ehelos zu leben. Danach legten die Weihekandidaten ihr Gehorsamsversprechen gegenüber dem Bischof und seinen Nachfolgern ab.
Während der Heiligenlitanei, in der die Heiligen von der Gottesdienstgemeinde als Fürsprecher und Helfer angerufen wurden, liegen die Weihekandidaten ausgestreckt auf dem Boden der Altarinsel - als Zeichen der Hingabe, Bereitschaft und Demut vor Gott. Danach empfangen die Kandidaten einzeln und kniend die Weihe durch Handauflegung und Gebet vom Bischof.
Anschließend legen die neuen Diakone die Stola an, die von Diakonen quer über der Brust getragen wird. Danach überreicht der Bischof Scheuer jedem neu geweihten Diakon einzeln das Evangeliar mit den Worten: "Empfange das Evangelium Christi: Zu seiner Verkündigung bist du bestellt. Was du liest, ergreife im Glauben, was du glaubst, das verkünde, und was du verkündest, erfülle im Leben." Der Bischof spricht schließlich den neu geweihten Diakonen den Frieden zu und besiegelt damit ihre Aufnahme in das neue Amt.
Grundvoraussetzung für die Zulassung zur Ausbildung zum Diakonat sind eine bereits bewährte diakonale Lebenspraxis in Beruf und Familie sowie die mehrjährige Verwurzelung in einer Pfarrgemeinde bzw. kirchlichen Gemeinschaft. Als theologische Grundqualifikation ist zumindest der "Theologische Fernkurs" erforderlich. Der berufsbegleitende diözesane Ausbildungsweg dauert mindestens dreieinhalb Jahre.
In der Erzdiözese Wien gibt es den ständigen Diakonat seit 1970. Am 26. Dezember jenes Jahres weihte Kardinal Franz König im Stephansdom die ersten neun Männer. Die am Mittwoch veröffentlichte Kirchenstatistik 2025 nennt für die Erzdiözese Wien 209 Ständige Diakone. Nun kommen demnächst weitere elf hinzu.
Quelle: Kathpress