Diözese Graz-Seckau fordert besseren Schutz minderjähriger Migranten
Unter dem Titel "Auch nur eines von diesen Kindern" findet der heurige "112. römisch-katholischen Welttag des Migranten und Flüchtlings" am 27. September statt. Anlässlich des Gedenktags ruft Erich Hohl, Integrationsbeauftragter der Diözese Graz-Seckau, zu einer Inklusion von Menschen mit Migrationshintergrund in Österreichs Gesellschaft auf. Schließlich ist das Ziel von Integration "sozialer Friede und ein Leben in Sicherheit mit einem guten Auskommen für alle", erinnert Hohl in einer Presseaussendung der Diözese Graz vom Freitag.
Hohl verweist auf die Botschaft des Papsts zum diesjährigen kirchlichen Gedenktag. Leo XIV. mahnt, dass Migranten Gefährdungen oft schutzlos ausgesetzt sind. Tatsächlich werde, so der diözesane Integrationsbeauftragte, das Schicksal von Flüchtlingen oft nur als Rechenbeispiel abgehandelt. Dabei gehe es aber immer um Schicksale und Menschenleben.
In der Steiermark würden beispielsweise aktuell nur 48 unbegleitete minderjährige Flüchtlinge betreut. Laut Hohl bedeute dies, dass "der Zustrom von geflüchteten Menschen zuletzt deutlich abgenommen hat, obwohl die weltweite Lage weiter dramatisch ist". Außerdem sei laut dem Diözesanexperten die Aufnahmebreitschaft, "sowohl von staatlicher als auch auf ziviler Seite zurückgegangen".
Integration bleibt eine "gewisse Zumutung", räumt Hohl ein, würden doch Ankommende und Einheimische mit ihren Lebensweisen und Gewohnheiten gleichermaßen aufeinandertreffen. Daher brauche es laut dem Integrationsbeauftragten "Mut von beiden Seiten". Wer in die Integration von jungen Menschen investiere, "investiert in die Menschlichkeit und Zukunft".
Der Welttag der Migranten und Flüchtlinge wird jährlich am letzten Sonntag im September begangen, heuer am 27. September. Im Mittelpunkt stehen Kinder und Jugendliche, die auf der Flucht oft Unsicherheit, Gewalt oder Ausgrenzung erleben. Schon "auch nur eines" dieser Kinder verdient Schutz, Aufnahme und Aufmerksamkeit, betont Papst Leo XIV. in seiner Botschaft. Gerade darin zeige sich die Glaubwürdigkeit einer menschlichen und solidarischen Gesellschaft.
Quelle: Kathpress
