
Netzwerk "Frauen.Führen.Kirche":
Frau sollte Generalsekretärin der Bischofskonferenz werden
Netzwerk "Frauen.Führen.Kirche":
Frau sollte Generalsekretärin der Bischofskonferenz werden
Mit der bevorstehenden Neubesetzung des Generalsekretärs der Österreichischen Bischofskonferenz bietet sich laut dem Netzwerk "Frauen.Führen.Kirche" "eine konkrete Chance, ein deutliches Zeichen für mehr Frauen in kirchlichen Führungspositionen zu setzen". Dafür nötig sei jedoch eine Änderung der Statuten, um das Amt des Generalsekretärs künftig auch für qualifizierte Laien zu öffnen. Damit könnten sich erstmals auch Frauen für die Führungsposition bewerben, so das Netzwerk am Freitag. Mit der Ernennung einer Frau zur Generalsekretärin könne die Bischofskonferenz "einen Meilenstein und ein glaubwürdiges Zeichen für die Stärkung von Frauen in der Kirche setzen", erklärte Regina Petrik, Generalsekretärin der Katholischen Aktion Österreich, namens des Netzwerks in einer Aussendung.
"Wir ermutigen unsere Bischöfe, ihre Statuten zu ändern und die Position des Generalsekretärs für qualifizierte Laien zu öffnen", so Petrik. Zugleich wäre dies "ein guter Schritt zur Umsetzung von Synodalität auf allen kirchlichen Vollzugsebenen". Und weiter: "Die vielen Frauen, die Teil des Netzwerks Frauen.Führen.Kirche sind, zeigen, dass es eine reiche Auswahl an qualifizierten Frauen für hohe Führungsaufgabe in der Kirche gibt." Zuvor hat auch die Katholische Frauenbewegung (kfbö) eine Öffnung des Amts des Generalsekretärs gefordert.
Die Österreichische Bischofskonferenz habe es sich zum Ziel gesetzt, bis 2028 den Anteil von Frauen in der obersten Leitungsebene der Katholischen Kirche auf ein Drittel anzuheben, erinnerte das Netzwerk. Jetzt können die Bischöfe diesem Ziel selbst einen konkreten Schritt folgen zu lassen.
Die Forderung nach einer stärkeren Beteiligung von Frauen an kirchlichen Leitungsfunktionen sei auch aus dem synodalen Prozess hervorgegangen, hieß es. Auf weltkirchlicher Ebene seien Frauen inzwischen ebenfalls in leitenden Funktionen tätig. Das Netzwerk verwies in diesem Zusammenhang auf mehrere Frauen, die Papst Leo XIV. in Spitzenfunktionen des Vatikans berufen habe. "Die Österreichische Bischofskonferenz könnte nun mutig den nächsten Schritt auf nationaler Ebene setzen. Das Netzwerk Frauen.Führen.Kirche sieht in der bevorstehenden Neubesetzung daher eine Chance, ein konkretes und sichtbares Zeichen für mehr Frauen in kirchlicher Verantwortung zu setzen", so das Frauennetzwerk.
Bischofskonferenz-Generalsekretär wechselt auf Hochschule
Anlass für die Forderung des Netzwerkes ist der Umstand, dass der derzeitige Bischofskonferenz-Generalsekretär Peter Schipka auf eigenen Wunsch das Amt mit Ende November vorzeitig abgibt und auf die Kirchliche Pädagogische Hochschule Wien/Niederösterreich wechselt. Der promovierte Theologe und Jurist sowie Priester der Erzdiözese Wien wird noch an der nächsten Vollversammlung der Bischöfe im November in Salzburg teilnehmen, wo auch die Wahl seines Nachfolgers Thema sein wird. Schipka ist seit März 2011 Generalsekretär der Bischofskonferenz und wurde in dieser Funktion im November 2016 sowie im November 2022 auf jeweils sechs Jahre wiedergewählt.
Gemäß geltendem Statut der Österreichischen Bischofskonferenz muss der Generalsekretär Priester sein. Wörtlich heißt es darin: "Der Generalsekretär der Österreichischen Bischofskonferenz wird von der Vollversammlung für eine Periode von sechs Jahren gewählt. Er muss nicht Bischof sein, wohl aber Priester." Eine entsprechende Vorgabe seitens des Kirchenrechts gebe es hingegen nicht, so das Netzwerk. Die Bischöfe hätten bei der Ausgestaltung ihrer Statuten entsprechenden Gestaltungsspielraum.
Quelle: Kathpress