
Schwertner an Politik: Bei psychischer Gesundheit nicht sparen
Der Wiener Caritasdirektor Klaus Schwertner hat anlässlich des Welttags der psychischen Gesundheit (10. Oktober) an die Politik appelliert, beim Sparen nicht bei den Falschen anzusetzen. "Lassen wir das soziale Netz gerade hier nicht löchriger werden. Wer bei psychischer Gesundheit spart, löst keine Probleme, sondern vergrößert sie - für die Betroffenen und für die gesamte Gesellschaft", so Schwertner in einem Kommentar auf Bluesky am Freitag.
Wer über psychische Gesundheit spricht, dürfe nicht nur über Therapieplätze sprechen. Es gehe auch um soziale Sicherheit, Wohnen, Arbeit und Teilhabe. Dafür brauche es starke Unterstützungsangebote statt Kürzungen, mahnte der Caritasdirektor ein. Mehr als ein Viertel der Menschen in Österreich sei im Laufe des Lebens von psychischen Erkrankungen betroffen. Schwertner: "Psychische Gesundheit ist kein Nischenthema. Sie durchdringt alle Bereiche des Lebens und unserer Gesellschaft."
Die Caritas sehe in ihrer täglichen Arbeit, wie sich psychische Erkrankungen auf den Alltag und die Chancen von Menschen auswirken können, so Schwertner: "Wir erleben häufig, wie psychische Erkrankungen und Armut oft Hand in Hand gehen bzw. einander verstärken können. Armut und finanzielle Sorgen können psychisch krank machen. Gleichzeitig erschweren psychische Erkrankungen oft den Zugang zu Arbeit, Bildung oder stabilem Wohnen."
Er beobachte mit Sorge, dass vor allem auch die psychische Belastung vieler Menschen zunimmt. Besonders vulnerabel seien aber auch ältere Personen oder Menschen mit zusätzlichen gesundheitlichen Einschränkungen, die gleichzeitig psychosoziale Unterstützung und medizinische Versorgung benötigen. Auch Einsamkeit wirke sich negativ auf die psychische Belastung der Bevölkerung aus.
Wenn Angebote gekürzt werden, treffe das zuallererst Menschen, die besonders verletzlich sind, warnte der Wiener Caritasdirektor: "Unterstützungslücken bedeuten verschärfte Krisen, längere Leidenswege und oft auch höhere Folgekosten." Es brauche deshalb Angebote, die der Komplexität der Lebensrealitäten betroffener Menschen gerecht werden. Die richtige Unterstützung zur richtigen Zeit sei entscheidend. "Wenn wir Menschen rechtzeitig erreichen, können wir Krisen lindern oder verhindern, Perspektiven eröffnen und Teilhabe ermöglichen", so Schwertner.
Quelle: kathpress