
Schwarz bei Diakonenweihe: "Altar und Leben gehören zusammen"
Diakone sollten nicht nur über den "Bibelwald" sprechen, sondern selbst in ihm zu Hause sein. Das betonte der St. Pöltner Bischof Alois Schwarz bei der Weihe der Priesteramtskandidaten Thomas Heinrich und Simon Maria Landolt zu Diakonen am Wochenende in der Lilienfelder Stiftskirche. An der Messe unter dem Leitgedanken "Gottes Einladung hören - Menschen an seinen Tisch führen" nahmen auch der frühere St. Pöltner Bischof Klaus Küng, der Lilienfelder Abt Pius Maurer, der Regens des Priesterseminars, Richard Tatzreiter, sowie die Generalvikare Christoph Weiss (St. Pölten) und Andreas Kaiser (Wien) teil, wie die "kirche bunt" in ihrer aktuellen Ausgabe berichtet.
Ein Diakon sei ein Mann der Schwelle - "zwischen Altar und Alltag, zwischen Kirche und Welt", betonte Schwarz. Das bedeute, das Evangelium nicht nur zu verkünden, sondern die Eucharistie auch in eine Haltung zu übersetzen, die den Menschen dient. "Der Altar und das Leben gehören zusammen", so der Bischof. Wichtiger als die Fähigkeit, gut zu sprechen und das Evangelium zu verkünden, sei die Beziehungsarbeit: "Es beginnt oft dort, wo wir die Fragen eines Menschen ernst nehmen. Ein Trauernder braucht nicht sofort eine theologische Erklärung. Ein Zweifelnder braucht nicht zuerst eine Belehrung. Ein Mensch, der an der Kirche leidet, braucht jemanden, der ihm zuhört, ohne sich sofort zu verteidigen."
Ein Diakon sei nicht einfach "ein kleiner Priester" oder Helfer, der einspringt, wo andere fehlten. Er verkörpere die Grunddimension einer dienenden Kirche, die nicht nur Barmherzigkeit verkünden, sondern selbst barmherzig handeln müsse. Mit Verweis auf das biblische Gleichnis vom königlichen Hochzeitsmahl mahnte Schwarz, die Einladung Gottes nicht zu überhören. Er warnte davor, sich zu sehr mit der Organisation und den Strukturen der Kirche zu beschäftigen und darüber das Staunen über das Geschenk der Eucharistie zu verlieren, das Diakone anderen vermitteln sollten.
Diakone sollten nicht nur in den vertrauten Räumen wirken. Sie sollen "dorthin gehen, wo das Leben stattfindet, wo Menschen suchen, zweifeln, leiden und hoffen", rief der Bischof sie auf. Vielleicht wüssten die Menschen nicht immer, welche liturgischen Aufgaben ein Diakon hat. "Aber sie werden sehr wohl spüren, ob ihr ihnen mit Achtung begegnet, ob ihr Zeit habt, ob ihr glaubwürdig seid und ob eure Worte und euer Leben zusammenpassen."
Quelle: kathpress