
Papst beruft Wiener Uni-Professor in Internationale Theologenkommission
Papst Leo XIV. beruft den an der Universität Wien lehrenden Dogmatikprofessor Jan-Heiner Tück (59) in die Internationale Theologenkommission (ITK). Das hat das vatikanische Presseamt am Montag bekanntgegeben. Tück, Leiter des Fachbereichs Dogmatik und Dogmengeschichte an der Wiener Katholisch-Theologischen Fakultät und langjähriger Schriftleiter der internationalen katholischen Zeitschrift "Communio", ist eines von 24 neuen Mitgliedern des Gremiums, das den Papst und die Behörde für die Glaubenslehre in theologischen Fragen berät.
Aus dem deutschsprachigen Raum gehört künftig auch der Jesuit Bernhard Knorn dem Gremium an. Er unterrichtet Dogmatik und Ökumenik an der Philosophisch-Theologischen Hochschule St. Georgen in Frankfurt am Main. Neu in der Theologenkommission sind u. a. auch die Französin Anne-Sophie Vivier-Muresan, Dekanin der Theologischen Fakultät am Institut catholique in Paris, Claudia Leal Luna vom Päpstlichen Theologischen Institut Johannes Paul II. für Ehe in Rom, der ungarische Priester und Theologe Csaba Török, der tschechische Fundamentaltheologe Lubomir Zak oder die koreanische Theologin Teresa Hyeon Soon Choi.
Die 1969 von Papst Paul VI. (1963-1978) gegründete Internationale Theologenkommission ist eine Art "Denkfabrik" des vatikanischen Dikasteriums für die Glaubenslehre. Präsident der Theologenkommission ist der jeweilige Glaubens-Präfekt, derzeit also der argentinische Kurienkardinal Víctor Manuel Fernandez.
Die Kommission setzt sich aus Theologen und Theologinnen diverser Denkrichtungen und Nationen zusammen. Sie sollen sich durch wissenschaftliche Qualifikation und Treue zum kirchlichen Lehramt auszeichnen. Die Mitglieder aus aller Welt werden nach Befragung der Bischofskonferenzen dem Papst vorgeschlagen und von diesem für jeweils fünf Jahre ernannt. Sie kommen mindestens einmal im Jahr zu einer Vollversammlung zusammen. Daneben können sich Unterkommissionen treffen.
(Website der Internationalen Theologischen Kommission, deutsch: www.doctrinafidei.va/de/commissioni-collegate/commissione-teologica.html)
Ein Viertel der Mitglieder sind Frauen
Geleitet wird die insgesamt 30 Mitglieder umfassende Internationale Theologenkommission weiterhin vom Italiener Piero Coda als Generalsekretär. 13 der Theologinnen und Theologen für die elfte Amtsperiode (2026-2031) stammen aus Europa, je 5 aus Asien/Ozeanien und Südamerika, 4 aus Afrika und 3 aus Nordamerika. Insgesamt 8 von ihnen sind Frauen.
Auch der französische Jesuit Michel Fédou wird Teil des Gremiums, wie der Vatikan am Montag mitteilte. Er wurde 2022 mit dem Ratzinger-Preis für seinen Beitrag zum wissenschaftlich-theologischen Diskurs ausgezeichnet. Einer seiner Schwerpunkte ist der ökumenische Dialog. Neben den 24 neu ernannten Mitgliedern gehören der ITK weiterhin etwa auch die in Australien lebende Ordensfrau Isabell Naumann und der in den USA lehrende deutsche Theologe Reinhard Hütter an.
Aus dem Gremium ausgeschieden sind die Wiener Theologin Marianne Schlosser und der deutsche Dogmatiker Karl-Heinz Menke, die der Kommission beide seit 2014 angehört hatten. Frühere langjährige Mitglieder der Internationalen Theologenkommission waren etwa auch die Kardinäle Joseph Ratzinger, Christoph Schönborn und Karl Lehmann.
Zuletzt hatte die Theologenkommission im September ein Dokument veröffentlicht, in dem sie sich mit der Frage beschäftigt, ob es im Umgang des Menschen mit der Natur eine "Sünde gegen die Schöpfung und gegen den Schöpfer" gibt und was dies bedeutet.
Quelle: kathpress