
Katholische Aktion Kärnten will verlässliche Finanzierung für Ehrenamt
Die Katholische Aktion Kärnten (KA) fordert verlässliche finanzielle Rahmenbedingungen für ehrenamtliches Engagement in der Kirche. "Ehrenamt darf nicht zur Frage der persönlichen finanziellen Belastbarkeit werden", betonte KA-Kärnten-Präsident Marc Germeshausen. Wer Zeit, Wissen und Verantwortung einbringe, dürfe nicht zusätzlich selbstverständlich anfallende Kosten - wie Fahrtkosten sowie Drucker und Telefon - tragen müssen. "Eine Kirche, die vom Ehrenamt lebt, muss auch bereit sein, es zu ermöglichen", so Germeshausen in einer Aussendung; ein Dankeschön würde weder Fahrtkosten ersetzen, noch Arbeitsplatz bereitstellen. Auch die Berufung auf christliche Gemeinschaft verliere ihre Glaubwürdigkeit, wenn engagierte Menschen mit den Kosten dieser Gemeinschaft alleingelassen werden.
Hintergrund sind laufende Budget-Erstellungen in der Diözese Gurk und die geplante Gründung einer Ehrenamtsplattform. Nach Angaben der KA Kärnten gibt es bislang keine verbindliche Zusage für zusätzliche Mittel. Stattdessen sei eine Umverteilung vorhandener Ressourcen geplant. Zwar sei der KA bewusst, dass finanzielle Mittel begrenzt seien, jedoch brauche es gerade deshalb transparente Entscheidungen und verbindliche Rahmenbedingungen.
Für die KA zeige sich in den Budgetverhandlungen auch eine soziale Frage: "Wo notwendige Fahrtkosten zum Rechtfertigungsfall werden und private Arbeitsmittel stillschweigend vorausgesetzt werden, entsteht eine soziale Hürde. Dann entscheidet irgendwann der Kontostand darüber, wer sich Engagement leisten kann", so die KA.
Gesprächsbedarf sieht die KA zudem beim Kirchenbeitrag. "Nach unserem Verständnis der bisherigen Rücksprache mit der Leitung der Kirchenbeitragsstelle ist eine Vergünstigung aufgrund ehrenamtlicher Tätigkeit nicht vorgesehen", so die Laienorganisation. Wer für die Kirche unentgeltlich arbeite und manche Ausgaben bereits selbst tage, leiste bereits einen ganz konkreten Beitrag. "Dieses Engagement muss auch bei der Frage des Kirchenbeitrags berücksichtigt werden. Wir erwarten eine ernsthafte Diskussion über transparente und sozial gerechte Möglichkeiten der Entlastung", forderte KA-Vizepräsidentin Maria Schmidt-Leitner.
Quelle: kathpress