
Maria Schmidt-Leitner neue Stimme der kirchlichen Frauenorganisationen
Die Plattform der diözesanen Frauenkommissionen Österreichs hat mit Maria Schmidt-Leitner eine neue Sprecherin. Wie der Zusammenschluss kirchlicher Frauenbewegungen am Dienstag per Aussendung mitteilte, wurde die aus Wien gebürtige Kärntnerin vergangene Woche in Salzburg für diese Position gewählt. Bei der Versammlung legte die Plattform auch ihre Schwerpunkte für 2027 und 2028 fest, darunter Gleichstellung von Frauen, deren gerechte Teilhabe an kirchlichen Entscheidungsprozessen sowie Schutz vor Gewalt.
Schmidt-Leitner bezeichnete es als ein "prägendes Erlebnis", nach der Matura ein Jahr bei Mutter Teresa in Kalkutta verbracht zu haben. Sie sei dort zur "katholischen Feministin" geworden, so die Psychoanalytikerin, Epidemiologin und vierfache Mutter. Die Erfahrung habe ihr die Bedeutung eines funktionierenden Gesundheitswesens für Menschen und Gesellschaft vor Augen geführt. Ihr beruflicher Weg führte sie daraufhin unter anderem zu einem Forschungsaufenthalt an der Harvard University.
Seit ihrer Pensionierung 2021 engagiert sich Schmidt-Leitner verstärkt in der Frauenkommission der Diözese Gurk-Klagenfurt, deren Gründung sie maßgeblich mitgestaltete und deren Leitung sie seit 2024 innehat. Zudem wirkt die wirkliche Konsistorialrätin ehrenamtlich im Leitungsteam des diözesanen Kirchenentwicklungsprozesses sowie im Vorstand von "Brüder und Schwestern in Not" mit und ist Vizepräsidentin der Katholischen Aktion Kärnten.
Gerechte Teilhabe und Schutz vor Gewalt
Wie es weiter hieß, unterstützt die Plattform der diözesanen Frauenkommissionen einen österreichweiten Aktionstag für Frauensolidarität am 3. Mai 2027. Unter dem Leitgedanken "Das gute Leben für alle" wollen sich die Frauenvereinigungen für bessere gesellschaftliche Teilhabe und gleiche Rechte einsetzen. Ziel sei es, Forderungen nach tatsächlicher Gleichstellung und Gerechtigkeit in allen Bezirken Österreichs hörbar zu machen.
Ein Schwerpunkt der Plattform ist auch die Beteiligung katholischer Frauen am synodalen Prozess der Kirche. Ihre Erfahrungen und Perspektiven sollen stärker in kirchliche Entscheidungsprozesse einfließen. Das sogenannte "Gespräch im Geist" als Methode des gemeinsamen Zuhörens und Beratens wird ausdrücklich unterstützt, hieß es. Der Dialog müsse jedoch auch konkrete Veränderungen bei kirchlichen Strukturen, Ämtern und Entscheidungsbefugnissen bewirken, hin zu einer "geschlechtergerechten Kirche, in der Frauen gleichberechtigt mitgestalten, mitentscheiden und Verantwortung übernehmen." Schmidt-Leitner sprach zudem von einer "subtilen Wirkmacht" der Synodalität. Es habe eine "große gesellschaftliche Wirkung, wenn Menschen einander gut zuhören und die Andersartigkeit anderer nicht als Bedrohung, sondern als Inspiration erleben".
Als dritten Schwerpunkt nannten die Frauenkommissionen die Unversehrtheit als Menschenrecht. Gewalt gegen Frauen und Mädchen sei Ausdruck patriarchaler Strukturen und müsse inner- wie außerkirchlich konsequent bekämpft werden. Die Plattform unterstützt deshalb auch die internationale Kampagne "Orange the World" gegen Gewalt an Frauen. (Infos: www.frauenkommissionen.at)
Quelle: kathpress