
Uni-Budget: Auch Theologische Fakultäten beteiligen sich an Protesten
In den Reihen der Demonstrierenden gegen die angekündigten Kürzungen im Universitäten-Budget werden sich am Donnerstag (22. Oktober) auch zahlreiche Theologinnen und Theologen der staatlichen Theologischen Fakultäten in Österreich finden. Wie ein Rundruf der Nachrichtenagentur Kathpress am Mittwoch ergab, haben sich alle Fakultäten - darunter die Katholisch-Theologischen Fakultäten in Wien, Graz, Salzburg und Innsbruck sowie die Evangelisch-Theologische Fakultät Wien - mit den Protestierenden solidarisch gezeigt und dazu aufgerufen, sich der für den 22. Oktober in Wien geplanten Demonstration anzuschließen.
Der neue Dekan der Wiener Katholisch-Theologischen Fakultät, Prof. Alexander Filipovic, erklärte dazu, dass "ein Sparszenario dieser Größenordnung (...) auch an unserer Fakultät mit schmerzhaften Kürzungen und Einschnitten verbunden sein" werde und es daher notwendig sei, gegen die beschlossenen Kürzungen zu demonstrieren. "Gute Forschung, fundierte Lehre und das gemeinsame universitäre Leben brauchen eine verlässliche und auskömmliche Finanzierung. Als Dekanatsteam möchten wir Sie daher ermutigen, gemeinsam mit uns und der gesamten Universitätsgemeinschaft ein klares und sichtbares Zeichen für die Zukunft der Hochschulen zu setzen", heißt es in einem entsprechenden Aufruf des Dekanats.
Ähnlich äußerte sich auch der Dekan der Salzburger Katholisch-Theologischen Fakultät, Prof. Dietmar Winkler: Man unterstütze den Protest, da die beschlossenen Kürzungen "die Leistungsfähigkeit der Universitäten, die Qualität von Forschung und Lehre sowie die Perspektiven des wissenschaftlichen Nachwuchses beeinträchtigen könnten". In den Geisteswissenschaften und in der Theologie seien Stellenabbau und personelle Engpässe zu befürchten, so Winkler gegenüber Kathpress. "Damit geraten nicht nur die Kontinuität von Forschung und Lehre, sondern auch die Vielfalt des universitären Fächerangebots und wichtige gesellschaftliche Bildungsleistungen unter Druck."
Dabei würden gerade Krisenzeiten eine starke Theologie erfordern, da Theologie "zu Bildung im umfassenden Sinn" beitrage: "Sie fördert eigenständiges Denken, den offenen Dialog zwischen unterschiedlichen Weltbildern und die verantwortungsvolle Auseinandersetzung mit religiösen, ethischen und gesellschaftlichen Grundfragen. In Zeiten multipler Krisen, gesellschaftlicher Polarisierung und zunehmender Desinformation ist dieser Beitrag besonders wichtig."
Zur Beteiligung an der Demonstration am 22. Oktober in Wien hat auch die Wiener Evangelisch-Theologische Fakultät aufgerufen. Mitarbeitende seien aufgerufen worden, Lehrveranstaltungen ausfallen zu lassen und sich der Demo anzuschließen, erklärte der neue evangelische Dekan Prof. Markus Öhler, der ebenfalls mitziehen werde.
Solidarisch zeigten sich zudem die Dekane aus Graz und Innsbruck: Seitens der Grazer Fakultät wird Vizedekan Prof. Thomas Gremsl an der Wiener Demonstration teilnehmen. Unterstützung für das Anliegen hat auch der Innsbrucker Dekan Prof. Wilhelm Guggenberger signalisiert. Auch wenn eine Teilnahme aus Innsbruck aufgrund der Distanz schwierig ist, so unterstütze man die Aktion und informiere entsprechend auch über den eigenen Instagram-Kanal (@kath.theol.uibk).
Laut Beschluss der Bundesregierung soll das Universitätsbudget für die Jahre 2028 bis 2030 insgesamt 16 Mrd. Euro ausmachen. Die Regierung bezeichnet dies als stabiles Budget, die Universitäten als reale Kürzung von rund 10 Prozent, der erhebliche Sparzwänge folgen würden.
Quelle: katpress