
Katholische Aktion Kärnten fordert offene Debatte über Frauendiakonat
Nach der Weihe von fünf Männern zu Diakonen in der Diözese Gurk hat die Katholische Aktion Kärnten die Zulassung von Frauen zum sakramentalen Diakonat gefordert. Die Frage müsse auf allen kirchlichen Ebenen "offen, ernsthaft und mit dem Ziel konkreter Weiterentwicklung" verfolgt werden, heißt es in einer am Freitag veröffentlichten Stellungnahme: "Unser Wunsch ist eine Kirche, in der die Berufungen und Charismen von Frauen und Männern gleichermaßen gehört, wertgeschätzt und wirksam werden können", so die KA Kärnten.
Ausdrücklich hat die Laienorganisation zugleich die Weihe der fünf Männer begrüßt und deren Bereitschaft, sich in den Dienst der Menschen und der Kirche zu stellen, gewürdigt. Die Freude über die neuen Diakone verbinde sich jedoch mit der Frage: "Wann wird auch Frauen der Weg zum sakramentalen Diakonat eröffnet?"
Frauen würden seit Jahrzehnten wesentlich das kirchliche Leben mittragen, Menschen in schwierigen Lebenssituationen begleiten, das Evangelium verkünden und Verantwortung in Pfarren und kirchlichen Einrichtungen übernehmen. "Ihr Engagement ist unverzichtbar für eine lebendige und glaubwürdige Kirche", hieß es. Dennoch bleibe ihnen die sakramentale Weihe zur Diakonin bislang verwehrt.
Die KA Kärnten sieht in der Frage des Frauendiakonats auch ein wichtiges Anliegen für die Weiterentwicklung der Kirche und verweist auf den synodalen Prozess sowie den offiziellen österreichischen Bericht zur Weltsynode vom Mai 2024. Dieser habe ein "starkes Votum, getragen von Mehrheiten in den Diözesen" für die Zulassung von Frauen zum Diakonat festgestellt. Die Stimmen aus Pfarren, kirchlichen Gemeinschaften und diözesanen Beratungen müssten gehört und ernst genommen werden.
Zwar gäbe es bei der Frage nach dem Frauendiakonat unterschiedliche theologische Sichtweisen und kirchliche Traditionen zu berücksichtigen, "umso wichtiger ist es, die Frage des Frauendiakonats im Geist der Synodalität offen, respektvoll und gemeinsam weiterzuentwickeln", hieß es. Dabei gehe es nicht um Macht oder Prestige, sondern um Berufung, Anerkennung und Gleichwürdigkeit. Wenn Frauen bereits heute vielfältige diakonische Aufgaben übernehmen, stelle sich die Frage, wie diese gelebte Wirklichkeit auch in den kirchlichen Ämtern Ausdruck finden könne.
"Wir sind überzeugt: Eine Kirche gewinnt an Glaubwürdigkeit, wenn sie die Gaben und Berufungen aller Getauften ernst nimmt und ihnen Raum zur Entfaltung gibt", so die KA Kärnten, deren Anliegen laut Aussendung nicht sei, "Gegensätze zu verschärfen, sondern Brücken zu bauen und zu einer konstruktiven Verständigung beizutragen". Die Laienorganisation wolle daher den Dialog mit der Diözesanleitung, mit Verantwortlichen der Kirche und allen Gläubigen fördern.
Quelle: kathpress