
Diözese St. Pölten gibt Tipps zum Beten mit Kindern
"Hallo, lieber Gott!" heißt eine neue Broschüre der Diözese St. Pölten, die Anregungen zum kreativen und alltagsnahen Beten mit Kindern in der Familie, Gruppe und Schule bietet. Die Worte für Gebete müssen nicht "schön" oder in kirchlicher Sprache formuliert werden, sondern sollen aus dem Herzen kommen, heißt es vom "Team Familie" der Diözese St. Pölten, die das Buch herausgegeben hat. "Wichtig ist nicht Perfektion, sondern Echtheit", betonte Andreas Steinmetz, Leiter der übergeordneten Abteilung "Pfarren & Lebenswelten", in der St. Pöltner Kirchenzeitung "kirche bunt" (aktuelle Ausgabe).
Viele Erwachsene fühlten sich unsicher, wenn es darum gehe, mit Kindern zu beten - etwa, weil sie selbst Schwierigkeiten mit dem Beten hätten oder es ihnen unangenehm sei, persönliche Anliegen laut auszusprechen, so Steinmetz. Dabei könne das Gebet Kindern Vertrauen und Geborgenheit vermitteln, Dankbarkeit fördern und ihnen helfen, mit Sorgen nicht allein zu bleiben. Wiederkehrende Gebetsrituale könnten zudem Sicherheit im Alltag geben.
Die Broschüre will vermitteln: "Man kann sich mit allem jederzeit an Gott wenden." Wenn Eltern selbst frei beteten, zeige das Kindern, dass Gott zu ihrem Alltag gehöre und mitten im Leben präsent sei. Wichtiger als "schöne" Worte seien darum Gefühle, die ausgedrückt werden. Im Gebet könnten Kinder Dank und Freude ebenso ausdrücken wie Sorgen und Wünsche. Auch die Anliegen anderer Menschen ließen sich einbeziehen, etwa indem für Freunde oder Menschen in schwierigen Situationen um Segen gebeten werde. Wenn Worte fehlten, könnten auswendig gelernte Gebete wie das "Vater unser" oder das "Gegrüßet seist du, Maria" helfen. Doch allein ein Kreuzzeichen sei bereits ein vollständiges Gebet, betonte das "Team Familie".
Kindliche Gebetsanliegen seien auch oft sehr konkret: ein neues Handy oder ein Besuch bei McDonald's. Solche Wünsche seien verständlich, erklärte Steinmetz beim Studientag "Hallo, lieber Gott!" in Maria Laach am Jauerling, wo die Broschüre vorgestellt wurde. Wichtig sei, Kindern den Unterschied zwischen Wunsch und Bedürfnis zu erklären und zu betonen, dass Liebe oder Geborgenheit noch viel wichtiger seien als Materielles. Gott würde auf solche Gebete auf drei verschiedene Arten antworten: mit einem "Ja", mit "Jetzt noch nicht!" oder mit "Ich habe etwas Besseres für dich."
Die neue Broschüre "Hallo, lieber Gott! Mit Kindern beten" enthält grundsätzliche Überlegungen sowie praktische Tipps und kindgerechte Vorschläge für Morgen-, Tisch- und Abendgebete. Sie ist kostenlos erhältlich, nur Versandkosten fallen an, Bestellungen sind unter familie@dsp.at möglich. Ebenso kann die Broschüre in St. Pölten in der Klostergasse 15 abgeholt werden. Auf der Webseite der "Hauskirche" finden sich noch zahlreiche weitere Ideen rund ums Beten mit Kindern, Glaube in der Familie, das Kirchenjahr mit Kindern oder christliche Erziehung. (Info: https://www.dsp.at/portal/begegnen/familie/hauskirche#/veranstaltungen)
Quelle: kathpress