
Vatikan-Außenminister: Österreich als Brücke zwischen Ost und West
Die Bedeutung von Diplomatie, Völkerrecht und internationaler Zusammenarbeit haben der dieser Tage aus dem Amt scheidende Botschafter Österreichs beim Heiligen Stuhl, Marcus Bergmann, und der päpstliche Außenbeauftragte Erzbischof Paul Richard Gallagher beim Botschafts-Empfang zum österreichischen Nationalfeiertag (26. Oktober) in der römischen Via Reno betont. Das berichtete das Online-Portal "Vatican News" am Mittwoch.
Österreich könne als Land im Herzen Europas und als natürliche Brücke zwischen Ost und West einen wichtigen Beitrag zu Verständigung und Zusammenarbeit leisten, sagte Kurienerzbischof Gallagher, der im vatikanischen Staatssekretariat für die Beziehungen zu den Staaten und internationalen Organisationen zuständig ist. Mit Blick auf die Kriege in der Ukraine, im Heiligen Land und in anderen Weltregionen forderte Gallagher mutigere und konsequentere Anstrengungen für Frieden und Diplomatie. Letztere dürfe nicht bloß Zuschauerin von Krisen sein, sondern müsse durch Verhandlungen, Vermittlung und die Achtung des Völkerrechts aktiv an Lösungen mitwirken.
"Exzellente Beziehungen"
Botschafter Bergmann dankte in seiner Ansprache ausdrücklich für die "exzellenten Beziehungen" zwischen Österreich und dem Heiligen Stuhl. Dank dieser Beziehungen seien die nationalen wie multilateralen Anliegen Österreichs stets auf offene Ohren gestoßen. Insbesondere verwies der Diplomat auf die im Juni erfolgte Wahl Österreichs zum nichtständigen Mitglied des UN-Sicherheitsrats für die Jahre 2027 und 2028. Das Land wolle dem damit verbundenen Vertrauensbeweis gerecht werden und sich insbesondere für den Schutz der Zivilbevölkerung in bewaffneten Konflikten, die Menschenrechte und die Rechtsstaatlichkeit einsetzen.
Österreichs immerwährende Neutralität bedeute keine politische Unbeteiligtheit, betonte Botschafter Bergmann laut Vatican News. Vielmehr wolle sich das Land international engagieren, damit "die Stärke des Rechts und nicht das Recht des Stärkeren" gelte. Auch die Folgen neuer Technologien für Frieden und Sicherheit gehörten zu den Themen, denen Österreich im Sicherheitsrat besondere Aufmerksamkeit widmen wolle.
Botschafter Bergmanns rund vierjährige diplomatische Mission an der Spitze der österreichischen Vertretung beim Heiligen Stuhl endet in diesen Tagen. Schon Anfang Oktober absolvierte er seine Abschiedsvisite bei Papst Leo. Nachfolger Karl Prummer, der zuletzt die Abteilung für Südtirol und Südeuropa im Außenministerium in Wien leitete, tritt sein Amt im November an. Prummer ist mit der Botschaft beim Heiligen Stuhl bestens vertraut, war er dort doch schon von 2010 bis 2013 als Diplomat tätig.
Quelle: kathpress