
Caritas Vorarlberg startet Kampagne zugunsten 1.000 Armutsbetroffener
Die Caritas Vorarlberg hat mit Blick auf die nahende Advent- und Weihnachtszeit eine Spendenkampagne gestartet, um die Lebenssituation von 1.000 armutsbetroffenen Menschen in Vorarlberg rasch und unbürokratisch zu verbessern. Gerade die Wintermonate seien für armutsbetroffene Familien eine besondere Belastung, erklärte Caritas-Direktor Walter Schmolly am Donnerstag in einem Spendenaufruf. Mit Blick auf eine Politik, "die in diesem Thema sehr mutlos agiert und Sparmaßnahmen auf dem Rücken von Kindern in Kauf nimmt", appellierte die Hilfsorganisation an die Bevölkerung, "ein Zeichen für einen solidarischen Zusammenhalt zu setzen".
"Mit Armut darf sich eine Gesellschaft nicht abfinden. Sie legt Menschen und insbesondere Kindern Stolpersteine in den Weg, die sie um viele Chancen in ihrem Leben bringen", betonte Schmolly und verwies auf das aktuell in Begutachtung befindliche Sozialhilfegesetz. Dieses würde nicht dem Regierungsprogramm entsprechen, die Kinderarmut zu halbieren, sondern vielmehr Kinderarmut verfestigen. So werde die Unterstützung für das erste Kind einer Familie in Vorarlberg, die auf Sozialhilfe angewiesen ist, um 90 Euro beziehungsweise um 22 Prozent gekürzt. "Der verbleibende Unterstützungsbetrag ist meilenweit von den realen Kosten eines Kindes entfernt", kritisierte der Caritas-Direktor.
Was die Armutsentwicklung im Gesamten anbelangt, verwies Schmolly auf die Sozial-Erhebungen der Statistik Austria: "Diese und die Nachfrage an den Beratungsstellen zeigen, dass die Zahl der Menschen, die sich das Nötigste für ihr Leben - also eine warme Wohnung, ausreichend Lebensmittel und Kleidung - nicht leisten können, leicht rückläufig ist. In Vorarlberg müssen aber trotzdem noch rund 10.000 Personen tagtäglich mit solchen schweren Entbehrungen leben, darunter überdurchschnittlich viele Kinder."
Armut zeige sich nicht erst, wenn Menschen auf der Straße leben oder Pfandflaschen aus Müllcontainern sammeln. Sie äußere sich auch im dauerhaften Verzicht auf Notwendiges, in finanziellen Sorgen und in der Angst, den eigenen Kindern nicht einmal das Nötigste bieten zu können. Hohe Wohn-, Energie- und Lebenshaltungskosten brächten Familien, Alleinerziehende, Mindestpensionistinnen und -pensionisten sowie Menschen mit geringem Einkommen zunehmend an ihre finanziellen Grenzen.
In den ersten drei Quartalen hätten in den Beratungsstellen 2.400 Haushalte mit mehr als 5.000 Personen Hilfe gefunden. Über 40.000 Menschen hätten sich im vergangenen Jahr österreichweit an die Sozialberatungsstellen der Caritas gewandt. 261.000 Menschen in Österreich lebten in absoluter Armut. Zusätzlich sei fast jede bzw. jeder Fünfte armuts- oder ausgrenzungsgefährdet. Über 21.000 Personen in Österreich sind laut Caritas als obdach- und wohnungslos registriert. Die Dunkelziffer der tatsächlich von Obdachlosigkeit Betroffenen liege weit höher, so die Hilfsorganisation. Schätzungen würden von zumindest dem Doppelten ausgehen.
(Spendenhinweis: Caritas-Spendenkonto - Raiffeisenbank Feldkirch, IBAN AT 32 3742 2000 0004 0006; Kennwort: Inlandshilfe, Online-Spenden: www.caritas-vorarlberg.at)
Quelle: kathpress