
Revision des Messbuchs geht in nächste Phase - Erprobung 2027 geplant
Die Revision des Messbuchs für den Katholischen Gottesdienst im deutschen Sprachraum geht in eine nächste Phase. Nach der Erstellung neuer Inhalte für das zukünftige deutschsprachige Messbuch folgt nun eine "moderate Revision von Texten des bestehenden Messbuchs", teilten das Deutsche Liturgische Institut in Trier sowie das Österreichische Liturgische Institut in Salzburg (ÖLI) am Montag mit. Für die Revision wurde ein bis 30. Juni anberaumter öffentlicher Konsultationsprozesses gewählt, bei dem Expertinnen und Experten aus der pastoralen Praxis eingeladen sind, via Online-Formular entsprechende Änderungsvorschläge einzubringen. Ziel der Revision sei eine "moderate Überarbeitung" der Texte, "ohne diese aus der lateinischen Vorlage generell neu zu übersetzen", heißt es in der Aussendung.
In Österreich ist das ÖLI federführend - die Projektleitung obliegt dem Deutschen Liturgischen Institut. Erfreut über die Fortschritte und die bereits geleistete Arbeit zeigte sich in einer ersten Reaktion u. a. der für Liturgiefragen zuständige St. Pöltner Weihbischof Anton Leichtfried. In den entsprechenden Arbeitsgruppen, die seit 2024 mit der Revision befasst waren, sei bereits "sehr gut gearbeitet" worden. Auch dankte er den Beteiligten für das starke österreichische Engagement. Dieses wird sich auch insofern zeigen, als ab der ersten Jahreshälfte 2027 eine Erprobungsphase starten soll, in der das revidierte Messbuch in ausgewählten Pfarren und Ordensgemeinschaften in der Liturgie erprobt werden soll. In Österreich wird dies in rund 50 Pfarren und Ordensgemeinschaften der Fall sein, teilte das ÖLI auf Kathpress-Anfrage mit.
Der Revisionsprozess ist insgesamt dreistufig angelegt: In der ersten Phase wurden die neuen Texte des "Missale Romanum" (2002/2008) übersetzt. Außerdem wurden "Perikopenorationen" - das sind Tagesgebete, die auf Schriftlesungen der Sonn- und Festtage Bezug nehmen - nach dem Vorbild anderer volkssprachiger Messbücher erstellt. In der nun beginnenden zweiten Phase sollen die im jetzigen deutschsprachigen Messbuch enthaltenen Texte einer moderaten Revision unterzogen werden. In einer letzten Phase werden dann die Rückmeldungen eingearbeitet und das neue Messbuch den Bischöfen des deutschen Sprachraums zur Approbation vorgelegt. Vor einer Drucklegung muss dann noch die römische Konfirmierung bzw. Rekognoszierung erfolgen.
Die Revision wurde im Jahr 2024 begonnen. Dafür sind von den zuständigen bischöflichen Gremien eine Projektleitung sowie vier international zusammengesetzte Arbeitsgruppen eingerichtet worden. Die "Konferenz Liturgie der Kirche im deutschen Sprachgebiet" (KLD) verantwortet im Auftrag der Bischofskonferenzen Deutschlands, Österreichs und der Schweiz sowie der (Erz-)Bischöfe von Luxemburg, Vaduz und Bozen-Brixen das Gesamtprojekt. Aus Österreich sind u. a. die Liturgiewissenschaftler Prof. Alexander Zerfaß (Universität Salzburg) und Prof. Peter Ebenbauer (Universität Graz) beteiligt.
Infos zum Revisionsprojekt: https://liturgie.de/messbuch-revision / Online-Konsultationsprozess: https://www.umfrageonline.com/c/messbuch
Quelle: Kathpress