Papstbesuch ist "hohe Auszeichnung für Österreich"
Wien, 12.4.07 (KAP) Der Besuch Papst Benedikts XVI. im September ist eine "hohe Auszeichnung für Österreich" und "Ausdruck der Verbundenheit und Wertschätzung des Papstes für die Kirche in diesem Land": Dies betonte der Grazer Diözesanbischof Egon Kapellari am Donnerstag im Wiener Erzbischöflichen Palais bei der Präsentation der Sondermarke der Österreichischen Post zum 80. Geburtstag von Papst Benedikt XVI. Bischof Kapellari nahm die Präsentation in Vertretung von Kardinal Christoph Schönborn vor, der sich in Rom aufhält; die Festrede hielt der Apostolische Nuntius in Österreich, Erzbischof Edmond Farhat.
Der Grazer Bischof - und stellvertretende Vorsitzende der Österreichischen Bischofskonferenz - dankte der Österreichischen Post in herzlichen Worten für die Herausgabe der Sondermarke. Papst Benedikt XVI. verbinde mit Österreich ein "dichtes Netz an persönlichen Beziehungen und Freundschaften, die Liebe zu den großen Heiligen und Künstlern Österreichs und eine tiefe Sympathie für Land und Leute", betonte Kapellari: "Der Papst ist ein wahrer Freund Österreichs". Die Menschen in Österreich freuten sich darauf, mit Benedikt XVI. am 8. September nach Mariazell pilgern zu können, wo Maria im altehrwürdigen Gnadenbild auf Jesus Christus hinweise. Wörtlich sagte der Grazer Bischof: "Die Briefmarke mit dem Bild des Papstes macht Hunderttausende auf dieses große Ereignis aufmerksam, wofür ich mich im Namen des österreichischen Episkopats bedanke".
Die Österreichische Post bringe in den Marken mit religiösen Motiven - etwa den alljährlich neu gestalteten Marken zum Weihnachts- und zum Osterfest oder in Briefmarkenblöcken wie dem zum Mitteleuropäischen Katholikentag 2004 - die "kulturelle und religiöse Identität Österreichs" zum Ausdruck, unterstrich Bischof Kapellari. Diese Marken machten deutlich, dass das Christentum "ein essenzieller Teil der Kultur Österreichs ist und die Lebensrealität der Menschen in diesem Land inspiriert".
Farhat Papst ist "weltumspannendes Wertzeichen"
Der Apostolische Nuntius, Erzbischof Edmond Farhat bezeichnete in seiner Festrede die Sondermarke als "religiöses Zeichen". Mit ihr sei eine "Ikone der Briefmarkenkunst" entstanden, die "mehr darstellt als all die anderen Briefmarken", so Farhat. Wie der Nuntius betonte, werde jeder, der die Marke betrachtet, "aus ihr eine Botschaft erhalten, die sowohl menschlich in ihrem Wesen als auch religiös in ihrer Bedeutung ist".
Stets seien Briefmarken mehr gewesen als bloße "Hilfsmittel der Kommunikation", so Farhat. In der Geschichte markierten sie einen besonderen Fortschritt, "so revolutionär wie das Internet heute". Sie seien "in alle Gefängnisse eingedrungen" und hätten "alle Mauern überstiegen", und dabei "eine große Rolle bei der Annäherung der Völker und Kulturen" gespielt. Die Sonderbriefmarke "Benedikt XVI." übernehme diese grenzüberschreitende Funktion, indem sie einen Menschen darstelle, "der selbst Symbol für die Vermittlung von Werten, der selbst 'Wertzeichen' geworden ist", und dessen Botschaft "weltumspannend ist wie seine Sendung und sein Dienst".
Wie der Vorsitzende der Briefmarkengilde St. Gabriel, Karl Ohnmacht, betonte, sei es "ungewöhnlich und um so erfreulicher", dass trotz des mit zwei Jahren noch "jungen" Pontifikats Benedikts XVI. bereits Briefmarken aus 15 Ländern sein Porträt zeigen. Zu seinem heurigen 80. Geburtstag werden neben Österreich auch der Vatikan und Deutschland Sonderbriefmarken herausgeben, so Ohnmacht.
Der Vorstandsdirektor der Österreichischen Post, Herbert Götz, bezeichnete Briefmarken als "konzentrierteste Form der Geschichtsdarstellung". In einem Briefmarkenalbum könne man "Geschichte im Brennglas" erleben, so Götz, da sie Stimmungen und Ereignisse ebenso abbilden wie Persönlichkeiten, Gebäude und zeitgeschichtliche Gegenstände. Seit 1945 habe die Österreichische Post nahezu 300 Briefmarken mit sakralen Motiven herausgegeben,m wodurch die Post versuche, ihrer besonderen kulturellen Aufgabe und Verantwortung gerecht zu werden.
Versteigerung für Caritas
Im Anschluss an die Präsentation wurde das überdimensionale Präsentationsposter der Sonderbriefmarke von Nuntius Farhat sowie von Bischof Kapellari unterschrieben und Caritas-Präsident Franz Küberl überreicht. Das Poster soll zu Gunsten der Caritas versteigert werden. (ende)