Schönborn: Einladung zur Begegnung mit dem Papst
Wien, 7.6.07 (KAP) Die herzliche Einladung zur Begegnung mit Papst Benedikt XVI. bei dessen Österreich-Besuch von 7. bis 9. September hat Kardinal Christoph Schönborn am Fronleichnamstag beim traditionellen Wiener "Stadtumgang" betont. Das Motto des Papstbesuchs "Auf Christus schauen" sei eine Einladung an alle; niemand solle sich durch Gerüchte über Platzprobleme usw. abhalten lassen. Der Wiener Erzbischof erinnerte daran, dass gleichzeitig mit dem Papstbesuch in Österreich die Dritte Europäische Ökumenische Versammlung (EÖV3) in Rumänien stattfindet. Wenn Christen unterschiedlicher Konfession gemeinsam auf Christus schauen, sei ein neues Miteinander trotz aller schmerzlichen Verletzungen der Vergangenheit möglich, so der Kardinal.
"Auf Christus schauen" bedeute aber auch, "in vollem Respekt vor dem Gewissen der anderen" allen Menschen die Botschaft Jesu anzubieten, betonte der Wiener Erzbischof. Eine der großen Gestalten der Kirche im 20. Jahrhundert, die Französin Madeleine Delbrel, habe darauf verwiesen, dass eine Kirche, die nicht missionarisch ist, de facto bereits "demissioniert" hat. Das Ziel Jesu sei es, die Menschen zu sammeln: "In Christus kommt die Menschheit wieder zusammen".
Der Besuch Benedikts XVI. sei eine Einladung, gemeinsam mit dem Nachfolger des Petrus auf Christus zu schauen, unterstrich Kardinal Schönborn. Dass der Papst nach Österreich komme, sei ein "Zeichen der Wertschätzung und der Liebe" Benedikts XVI. für dieses Land. Der Papstbesuch sei ein "event", aber zugleich auch "ein inneres Ereignis".
Auf Christus zu schauen, heiße auch, auf die Kirche zu schauen, so der Wiener Erzbischof: "Christus ist nicht von seiner Kirche zu trennen. Die Runzeln und Makel der Kirche müssen wir vor allem bei uns sehen, die wir Kirche sind". Das Miteinander werde gestärkt, wenn die Christen "gemeinsam auf Christus schauen".
Am "Stadtumgang" beteiligten sich tausende Gläubige, unter ihnen auch Vertreter des öffentlichen Lebens mit Nationalratspräsident Michael Spindelegger an der Spitze. In besonderer Weise dankte Kardinal Schönborn bei der dritten "Statio" vor dem Stephansplatz dem Apostolischen Nuntius, Erzbischof Edmond Farhat, für dessen Teilnahme an der Prozession. Zugleich bat der Kardinal den Nuntius, Papst Benedikt XVI. "ehrerbietige und liebe Grüße der Kirche in Wien zu übermitteln". An der Fronleichnamsprozession nahm auch der Präsident der "Kommission der Bischofskonferenzen des EU-Raumes", Bischof Adrianus van Luyn (Rotterdam), teil. (ende)