Viele Spione auf Joseph Ratzinger angesetzt
Aufgrund der wachsenden Bedeutung des heutigen Benedikt XVI. in der katholischen Kirche soll die DDR-Stasi mindestens ein Dutzend Inoffizielle Mitarbeiter auf ihn angesetzt haben
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Joseph Ratzinger als Kardinal (1988) |
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Auf Joseph Ratzinger, den heutigen Papst Benedikt XVI., hat der Geheimdienst der DDR offenbar zahlreiche Spitzel angesetzt. Schon bei einem Besuch in Thüringen im Jahr 1974 interessierte sich die Stasi für den damaligen Theologieprofessor, wie der "Mitteldeutsche Rundfunk (MDR) Thüringen" am Sonntagabend berichtete.
Damals habe der DDR-Geheimdienst jedoch keine geeigneten Informanten gehabt. Mit wachsender Bedeutung Ratzingers in der katholischen Kirche habe jedoch die Auslandsabteilung der Staatssicherheit die Beobachtung übernommen und mindestens ein Dutzend Inoffizielle Mitarbeiter (IM) auf ihn angesetzt.
So gaben laut MDR zwei DDR-Universitätsprofessoren Berichte über Ratzinger ab. Auch in den Dienstgesprächen mit zwei Generalsekretären der damaligen Berliner Bischofskonferenz der katholischen ostdeutschen Bischöfe wurden Erkundigungen eingezogen. Unter den Spitzeln in Westdeutschland waren ein Benediktinerpater aus Trier und mehrere Journalisten.
Nach MDR-Recherchen gibt es auf mehreren hundert Seiten Informationen des Ministeriums für Staatssicherheit über Joseph Ratzinger, die allerdings wenig aussagekräftig seien. Die einzelnen Berichte seien fast vollständig gelöscht worden. Erhalten seien nur registerartige Karteien mit grundlegenden Informationen über Autor und Anlass der Informationssammlung.