Kirchen feiern am 17. Jänner den "Tag des Judentums"
Veranstaltungen in ganz Österreich verweisen auf die Verwurzelung des Christentums im Judentum
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Wien, 03.01.2012 (KAP) Die Kirchen in Österreich feiern am 17. Jänner den "Tag des Judentums". Das Christentum ist in seinem Selbstverständnis wesentlich mit dem Judentum verbunden; damit dies den Christen immer deutlicher bewusst wird, hat der Ökumenische Rat der Kirchen in Österreich (ÖRKÖ) im Jahr 2000 den "17. Jänner - Tag des Judentums" als Gedenktag im Kirchenjahr eingeführt. Am "Tag des Judentums" sollen sich die Christen in besonderer Weise ihrer Weggemeinschaft mit dem Judentum bewusst werden und zugleich des von ihnen an jüdischen Menschen und ihrem Glauben begangenen Unrechts in der Geschichte gedenken.
Die Initiative geht auf die Zweite Europäische Ökumenische Versammlung (EÖV2) in Graz (1997) zurück. Auch in Italien, Polen und den Niederlanden wird der "Tag des Judentums" begangen. Papst Benedikt XVI. hat bewusst am 17. Jänner 2010 die Große Synagoge am Tiber-Ufer in Rom besucht.
Zwar ist der "Tag des Judentums" eine innerchristliche Initiative, zuletzt wurde in Österreich dabei aber auch die Begegnung mit jüdischen Vertretern intensiviert. So traf im vergangenen Jahr am 17. Jänner erstmals eine Delegation des ÖRKÖ mit Oberrabbiner Paul Chaim Eisenberg zusammen. Auch heuer soll es wieder zu einer solchen Begegnung kommen, wie Bischof Michael Bünker, stellvertretender ÖRKÖ-Vorsitzender, gegenüber "Kathpress" bestätigte.
Das Datum für den "Tag des Judentums" ist bewusst gewählt: Den Geist dieses Tages sollen die Kirchen in die anschließende weltweite "Gebetswoche für die Einheit der Christen" (18. bis 25. Jänner) weiter tragen. Denn bei allen Trennungen der Christenheit untereinander sei allen Kirchen gemeinsam, dass sie im Judentum verwurzelt sind, so die Veranstalter.
Vorträge, Gottesdienste, Begegnungen
Der "Tag des Judentums" wird in den einzelnen Bundesländern mit verschiedenen Veranstaltungen und Gottesdiensten begangen. Der zentrale Gottesdienst des ÖRKÖ zum "Tag des Judentums" findet am Dienstag, 17. Jänner, um 19 Uhr in der evangelischen Auferstehungskirche (Lindengasse 44a, 1070 Wien) statt. Der rumänisch-orthodoxe Bischofsvikar und ÖRKÖ-Vorsitzende Nicolae Dura wird die Predigt halten.
Einen ökumenischen Gottesdienst gibt es auch am selben Tag um 19 Uhr in der Herz Jesu Kirche (Sparbersbachgasse 58) in Graz. Die Predigt hält Sabine Maurer. Sie ist evangelische Theologin und Vorsitzende des Grazer Komitees für christlich-jüdische Zusammenarbeit.
In Innsbruck laden schon am Montag, 16. Jänner, Bischof Manfred Scheuer und Superintendentin Luise Müller um 19 Uhr ins Haus der Begegnung (Rennweg 12). Der Wiener Judaist Prof. Gerhard Langer hält einen Vortrag zum Thema "Jesus - ein Jude. Gedanken zur Person und Botschaft Jesu mit einem Blick auf das spätantike Judentum". Auch Scheuer und Müller werden das Wort ergreifen.
Über "Jesus von Nazareth im Spiegel jüdischer Forschung" referiert Rabbiner Walter Homolka vom Abraham-Geiger-Kolleg in Potsdam am 17. Jänner bei den Theologischen Kursen der Erzdiözese Wien (Stephansplatz 3). Die Veranstaltung beginnt um 15.30 Uhr.
Zur Frage "Was Christen vom Judentum wissen sollten" referiert der Generalsekretär der Koordinierungsausschusses für christlich-jüdische Zusammenarbeit, Markus Himmelbauer, am 12. Jänner um 19 Uhr im Bildungshaus Schloss Großrussbach (Schlossbergstrasse 8) in Niederösterreich.
Am Montag, 16. Jänner, spricht Himmelbauer gemeinsam mit dem St. Pöltner Bibelwissenschaftler Josef Pichler zum Thema "Christen und Juden: Wandlung einer Beziehung". die Veranstaltung im Bildungshaus St. Hippolyt (Eybnerstraße 5) in St. Pölten beginnt um 19 Uhr.
"Die Bandbreite des Judentums heute" wird am 17. Jänner in der Katholisch-Theologische Privatuniversität Linz (Bethlehemstraße 20) bei einem Vortrag des deutschen evangelischen Theologen und Judaisten Prof. Johann Maier thematisiert.
Weitere Informationen sind auf der Webseite des Koordinierungsausschusses für christlich-jüdische Zusammenarbeit unter www.christenundjuden.org abrufbar.