Der Papst freut sich auf Österreich
"Auf Christus schauen ist eine Einladung, die allen gilt" - Benedikt XVI. ist erkältet
Papst Benedikt XVI. freut sich auf Österreich. "Ich werde in diesen Tagen auf eine Pilgerfahrt gehen und freue mich auf den nahen Besuch in Österreich anlässlich der 850-Jahr-Feier des Heiligtums von Mariazell", sagte der Papst am Mittwoch bei der Generalaudienz auf dem Petersplatz.
Zwei Tage vor seinem Aufbruch zeigte sich Benedikt XVI. hörbar erkältet. Schon am Dienstagabend hatte er sich bei einem Konzert der Bamberger Symphoniker in Castel Gandolfo zu Beginn seiner kurzen Dankrede entschuldigt: "Meine Stimme ist leider im Keller".
Der Papst betonte in seinem Gruß an deutschsprachige Pilger, das Motto seiner Österreich-Reise - "Auf Christus schauen" - sei eine Einladung, die allen gelte: "Christus ist der Herr unseres Lebens". Die siebente Auslandsreise seines Pontifikats führt Benedikt XVI. von Freitag bis Sonntag nach Wien, Mariazell und Heiligenkreuz.
Mutter Teresa Vorbild der ganzen Kirche
An der Generalaudienz auf dem Petersplatz nahmen auch rund 1.500 "Missionarinnen der Nächstenliebe" - des Ordens von Mutter Teresa - teil. Der Papst bezeichnete die vor zehn Jahren verstorbene Ordensgründerin als "wahre Jüngerin Christi" und Vorbild für die ganze Kirche. Das Leben des "Engels von Kalkutta" sei eine Aufforderung, Gott und den Ärmsten und Notleidenden stets treu zu dienen. "Folgt weiterhin ihrem Beispiel, und seid überall Werkzeuge der göttlichen Barmherzigkeit", rief Benedikt XVI den Schwestern zu.
Die Ordensgründerin und Friedensnobelpreisträgerin mit dem bürgerlichen Namen Agnes Bojaxhiu war am 5. September 1997 im Alter von 87 Jahren gestorben. Papst Johannes Paul II. sprach Mutter Teresa 2003 selig.
Die "Missionarinnen der Nächstenliebe" sind eine der erfolgreichsten Ordensgründungen des 20. Jahrhunderts. Die Gemeinschaft, die weltweit in 134 Ländern vertreten ist, zählt nach eigenen Angaben derzeit 4.823 Schwestern sowie 265 Novizinnen in 757 Häusern.
Appell im Blick auf Klimawandel
Im Blick auf die Dritte Europäische Ökumenische Versammlung in Sibiu und den "Schöpfungstag" - der von vielen Kirchen am 1. September begangen wurde - appellierte Benedikt XVI. bei der Generalaudienz an alle Gläubigen, gemeinsam mit ihm für einen respektvollen Umgang mit der Umwelt zu beten und zu arbeiten. Er fühle sich "ermutigt von der wachsenden Sensibilität für den Schutz der Umwelt". Der Schutz der Wasserressourcen und die Auswirkungen des Klimawandels gehören nach den Worten von Benedikt XVI. zu den wichtigsten Fragen der Menschheitsfamilie.
Zugleich bekundete der Papst seine Unterstützung für das jährliche Umwelt-Symposion des Ökumenischen Patriarchen Bartholomaios I. Das Treffen von Naturwissenschaftlern und Theologen findet heuer von 6. bis 12. September in Grönland statt.
Sondermedaille für den Papst
Zwei Tage vor Beginn seiner Reise nach Österreich hat Papst Benedikt XVI. die zu diesem Anlass herausgegebene Sondermedaille in Gold erhalten. Der Vorsitzende des Aufsichtsrates der "Münze Österreich", Wolfgang Duchatczek, und deren Vorstandsvorsitzender Dietmar Spranz überreichten am Mittwoch am Rand der Generalaudienz auf dem Petersplatz dem Papst die Münze.
Neben der Sondermedaille in Gold, die es nur in zwölffacher Ausfertigung gibt, erscheint zum Papstbesuch auch eine Mariazell-Jubiläumsmünze zu fünf Euro, teilten die österreichische Vatikan-Botschaft und das Österreichische Kulturforum in Rom mit.