Lest die Konzilstexte!
Die Katholische Frauenbewegung Österreich (kfbö) ermuntert dazu, die Texte des Zweiten Vatikanischen Konzils zu lesen. Viele Frauengruppen sollen sich davon inspirieren lassen. "Die mutigen Schritte, die 2.500 Bischöfe vor 50 Jahren gesetzt haben, rufen auch uns zu mutigen Schritten auf", betonte kfbö-Vorsitzende Barbara Haas in einer Aussendung am Donnerstag zum 50. Jahrestag der Konzilseröffnung.
Haas erinnerte darin an die ersten Zeilen der beim Konzil beschlossenen pastoralen Konstitution über die Kirche in der Welt ("Gaudium et spes"): "Freude und Hoffnung, Trauer und Angst der Menschen von heute, besonders der Armen und Bedrängten aller Art, sind auch Freude und Hoffnung, Trauer und Angst der Jünger Christi. Und es gibt nichts wahrhaft Menschliches, das nicht in ihren Herzen seinen Widerhall fände." Diese Passage sei "Herzstück" der Arbeit der Katholischen Frauenbewegung, erlebe sie doch in ihrer Arbeit - etwa in den Projekten der Aktion Familienfasttag, in der Bildungsarbeit sowie in zahlreichen weiteren Angeboten - die angesprochene "Freude und Hoffnung, Trauer und Angst" der Menschen von heute.
Den "wachsenden und unwiderstehlichen Sinn für die Solidarität aller Völker", von dem das Konzilsdekret über das Laienapostolat spricht, habe sich die Frauenbewegung zudem bereits einige Jahre vor Konzilsbeginn als einen ihrer Schwerpunkte gesetzt. Laien müssen laut diesem Konzilstext "den internationalen Bereich mit all den theoretischen und praktischen Fragen und Lösungen im Auge behalten, die darin anstehen, vor allem in Hinblick auf die Völker in den Entwicklungsländern".
Speziell das Verhältnis von Männern und Frauen in Kirche und Gesellschaft habe das Zweite Vaticanum noch nicht ausreichend thematisiert, betont Haas. "Es gibt genügend Bereiche, in denen wir auch heute gefordert sind, weiterzudenken. Und zwar mit dem Mut der Konzilsväter."
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Quelle: Kathpress