Ausstieg aus dem Wachstumsdenken
Für ein radikales Umdenken beim derzeitigen Ressourcenverbrauch und einen zukunftsfähigen Lebensstil hat sich der kirchliche Umweltexperte Ernst Sandriesser bei einem Vortrag in Klagenfurt ausgesprochen. Ein Ausstieg aus dem vorherrschenden Wachstumsdenken sei unumgänglich. "In begrenztem System kann es kein unbegrenztes Wachstum geben", so der Sprecher der Umweltbeauftragten der Diözesen Österreichs.
Als Beispiel nannte Sandriesser, dass die Masse der Nutztiere bereits um ein Vielfaches jene der wildlebenden Wirbeltiere übersteige. Somit gleiche die Erde einer "riesigen Farm, deren Fläche aber nicht beliebig erweiterbar ist".
Der Leiter des Referates für Schöpfungsverantwortung und des Katholischen Bildungswerkes in der Diözese Gurk kritisierte, dass diese Erkenntnis von den Industriestaaten weiterhin ignoriert werde, indem "Jahr für Jahr Wachstum verlangt wird". Ebenso warnte Sandriesser vor den Folgen von Überproduktion und der Wegwerfgesellschaft und verwies in diesem Zusammenhang darauf, dass zwei Drittel der Weltbevölkerung hungern. Es brauche "noch viel mehr Aufklärung und konkrete Anregungen, wie ein zukunftsfähiger Lebensstil aussehen und auch mehr Lebensqualität bringen kann".
Die Menschen müssten wieder lernen, wie man auch mit weniger "Umweltverbrauch" ein gutes Leben führen könne. Dies sei in allen Lebensbereichen wie Ernährung, Mobilität, Wohnen und Konsum durchaus möglich. Dazu brauche es aber vor allem auch "Haltungen wie Ehrfurcht vor dem Leben und der Schöpfung, die in der Öffentlichkeit sichtbar vorgelebt werden". Der Einsatz für "nichtmenschliche Schöpfung" sollte, so Sandriesser, ebenso wie das Teilen mit den Armen für Christen zu einer Selbstverständlichkeit werden.
Quelle: Kathpress