"Religionsunterricht nicht aus Schule drängen"
Integrationsstaatssekretär Sebastian Kurz hat erneut den Religionsunterricht in der Schule verteidigt und sich für einen Ethikunterricht für jene Schüler ausgesprochen, die keinen Religionsunterricht besuchen. Er sehe "keinen Grund, den Religionsunterricht aus der Schule zu drängen", sagte Kurz in einem Streitgespräch mit dem Sprecher der Laizismus-Initiative, Niko Alm, für die "Presse am Sonntag". Werte seien wichtig und Religion ein guter Zugang, "um sich mit eigenen Grundwerten auseinanderzusetzen". Im geregelten Schulsystem, wo man alle jungen Menschen erreiche, sei Religionsunterricht "wesentlich besser aufgehoben als irgendwo im Hinterhof".
Mit einer Aufgabe des schulischen Religionsunterrichts würde sich Österreich klar gegen die christliche Prägung des Landes entscheiden, sagte der Integrationsstaatssekretär weiters. Dies hielte er persönlich "nicht für gut".
Immer mehr Menschen in Österreich wüssten nicht mehr recht wo sie hingehören und hinsollen, erinnerte Kurz: "Und gerade Kinder, die zugewandert sind oder zur zweiten Generation zählen, fragen sich: Wie bringe ich meine Religion und das Österreicher-Sein unter einen Hut, gerade wenn ich nicht christlich geprägt bin?". In Österreich aufgewachsene Religionslehrer, die das Land gut kennen, könnten hier einen wichtigen Beitrag leisten.
Der Integrationsstaatssekretär warb zudem für das Modell eines Ethikunterrichts für alle Schüler, die nicht im konfessionellen Religionsunterricht sind. "Statt Freistunden sollen auch sie sich mit Werten auseinandersetzen, die braucht jedes Kind."
Quelle: Kathpress