
Initiative gegen Missbrauch und Gewalt
Die Diözese Linz startet eine neue Initiative gegen Missbrauch und Gewalt und hat dafür eine "Stabsstelle für Gewaltprävention, Kinder- und Jugendschutz" eingesetzt. "Missbrauch und Gewalt sind in der Gesellschaft und damit auch in der Kirche eine schmerzliche Wirklichkeit, die gesehen, bekämpft und verhindert werden muss", heißt es in einer Aussendung am Dienstag. Die Diözese wolle dazu beitragen, der Gewalt in kirchlichen Kontexten "keine Chance mehr zu geben".
Ansprechperson der Stabsstelle ist die aus Oberösterreich stammende Pädagogin und Vorsitzende der Katholischen Jungschar Österreich, Sigrid Kickingereder. Im Internet ist die neue Einrichtung unter www.ansprechen.at abrufbar.
Aufgabe der Stabsstelle sei die kontinuierliche Sensibilisierung für die Themen Gewalt und sexualisierte Gewalt. Dafür soll mit der seit längerem bestehenden Ombudsstelle für Missbrauchsopfer im kirchlichen Bereich zusammengearbeitet werden.
"Es braucht grundsätzlich eine Kultur der 'konstruktiven Einmischung' und des "Hinschauens", heißt es in der Aussendung weiter. Der Schutz von Kindern könne nur dann gelingen, wenn alle ihn als gemeinsames Anliegen und gemeinsame Verantwortung sehen. Aus diesem Grund müssten eine entsprechende Sensibilisierung und Professionalisierung der haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiter sowie die Schaffung von klaren Regeln und Strukturen sichergestellt werden.
Die Stabsstelle werde sich der Erarbeitung von Bildungskonzepten für unterschiedliche Zielgruppen widmen, die in der Kirche mit Kindern und Jugendlichen betraut sind - etwa Jungschargruppenleiter, Pfarrgemeinderäte oder Mitarbeiter in entsprechnden Institutionen. Weitere Ziele seien die Weiterbildung von Multiplikatoren sowie die Information und Beratung aller kirchlichen Mitarbeiter in Oberösterreich. Auch eine Vernetzung mit anderen Kinder- und Jugendschutzeinrichtungen wird angepeilt.
Informationen: www.ansprechen.at
Quelle: Kathpress