
Orden: 10 Millionen Euro für Entwicklungshilfe
Österreichs Ordensgemeinschaften haben 2011 zehn Millionen Euro für Entwicklungshilfeprojekte aufgebracht. Das geht aus einer aktuellen Statistik der "Koordinierungsstelle der Bischofskonferenz für internationale Entwicklung und Mission" (KOO) hervor, die deren Geschäftsführer Heinz Hödl am Montagnachmittag bei der Herbsttagung der Ordensgemeinschaften in Wien-Lainz präsentierte. Damit hätten die Orden ihre Entwicklungshilfeleistungen um rund 18 Prozent gegenüber 2010 (ca. 8,5 Millionen Euro) steigern können, zeigte sich Hödl beeindruckt. Die heimischen Frauenorden setzten 406 Projekte in 72 Ländern mit 2,33 Millionen Euro um, die Männerorden 720 Projekte in 82 Ländern mit 7,67 Millionen Euro.
Insgesamt brachten kirchliche Organisationen 2011 104,5 Millionen Euro in 141 Länder für Entwicklungshilfe auf. - Die höchste Summe, die in der Geschichte der kirchlichen Hilfswerksarbeit je erbracht wurde, wie Hödl betonte. Insgesamt 4.173 Hilfsprojekte wurden damit finanziert.
Das finanzielle Gesamtvolumen ist 2011 gegenüber 2010 um 6,1 Millionen Euro gestiegen, "obwohl die öffentlichen Mittel wiederum kräftig gesunken sind", kritisierte Hödl. Seit 2000 seien die öffentlichen Mittel an die kirchlichen Hilfswerke von 25 auf 11 Millionen Euro gekürzt worden. Im gleichen Zeitraum seien die Eigenmittel von 65,5 auf 93,8 Millionen gestiegen.
Diese Zahlen würden eindeutig belegen, welch unverzichtbaren Beitrag die von der katholischen Kirche anerkannten Hilfswerke und Ordensgemeinschaften für weltweite Solidarität leisten, so Hödl im "Kathpress"-Gespräch: "Spenden befinden sich bei den Hilfswerken und Orden der Katholischen Kirche in guten Händen."
Diese würden mit zuverlässigen Partnern zusammenarbeiten und hätten eine gute Kooperationsbasis mit anderen kirchlichen Hilfswerken bzw. Orden auf internationaler Ebene. Ein weiterer Pluspunkt: die ehrenamtliche Arbeit von Tausenden Personen in Pfarren und Gemeinden. Zudem hätten viele Ordensgemeinschaften auch ihr "Fundraising" professionalisiert, freute sich der KOO-Geschäftsführer.
Gegen weitere Kürzungen
Hödl informierte die Ordensangehörigen auch über die seit Monaten laufenden Bemühungen der KOO und anderer NGOs, weitere staatliche Kürzungen im Bereich der Entwicklungszusammenarbeit zu verhindern. Zahlreiche Gespräche mit Politikern aller Parteien hätten dazu geführt, dass es 2013 zu einem Kürzungsstopp kommt und die Regierung mit einem parlamentarischen Entschließungsantrag aufgefordert wurde, die Mittel für die bilaterale Entwicklungszusammenarbeit in den Jahren 2014 bis 2017 aufzustocken. Hödl: "Sehr hilfreich waren und sind die Einzelgespräche mit den Abgeordneten, die zu einer spürbaren Sensibilisierung des Themas bei den Politikern geführt hat." Man werde von Seiten der Entwicklungshilfeorganisationen die politischen Bemühungen auf jeden Fall unvermindert fortsetzen.
Quelle: Kathpress