
Theologe: Beten macht menschlicher
Beten kann menschlicher machen - und dies müssten sogar "vernünftige und vorurteilslose Atheisten" anerkennen: Das führte der Moraltheologe an der Katholisch-Theologischen Privatuniversität Linz, Michael Rosenberger, in einem Interview mit den "Oberösterreichischen Nachrichten" am Freitag dargelegt. Wie der aus Würzburg stammenden Priester in Erinnerung rief, ist der Advent nicht nur eine ursprünglich religiös geprägte Zeit, sondern erleichtert auch vielen Menschen den Einstieg in Besinnung und Gebet.
Unzweifelhaft verhelfe das Gebet jemandem, "der mit dem Gespür für das Geheimnis des Lebens, für Glaube, Liebe, Hoffnung, Vertrauen, Zuneigung betet", zu mehr Menschlichkeit, Verantwortungsbewusstsein und Sensibilität, betonte Rosenberger. Die "ursprüngliche christliche Grundform" des Betens sei das Dankgebet, etwa in Form einer abendlichen "Rückschau, in der man in den Dingen Wertvolles sucht und dafür dankt", so der Moraltheologe.
Ebenso habe auch das Bittgebet seine Berechtigung, bei der es darum gehe, "Kraft zur Bewältigung zu erbitten", wie Rosenberger jüngst im Buch "Im Geheimnis geborgen - Einführung in die Theologie des Gebets" dargelegt hat. Es gebe freilich keinen Beweis dafür, dass Gott Bitten erfülle und in natürliche Abläufe eingreife, so Rosenberger. Dies wäre mit Gott als "den Unbegreiflichen, den keine Wissenschaft dingfest machen kann", schlechthin unvereinbar. Dass Gott geholfen habe, bleibe immer "ganz persönliche Überzeugung", die man anderen nicht beweisen könne. Die Form des Beweisens sei hier ebenso wenig angebracht wie der Versuch eines Gegenbeweises.
Tradition gemeinsamer Lieder
In der Adventzeit gibt es laut Rosenberger viele Elemente, die Besinnung und Gebet begünstigen: Die Dunkelheit der Jahreszeit gehöre hier ebenso dazu wie die Kerzen des Adventkranzes oder auch die "große Tradition schöner Lieder". Letztgenannte seien eine Kraft, die man sich zu Nutzen machen könne: Gemeinsames Singen in der Familie oder im Gottesdienst sei ein guter Einstieg ins Gebet. Rosenberger verwies hier auf den Spruch "Wer singt, betet doppelt", der dem heiligen Augustinus zugeschrieben wird.
Bischöfe in Brüssel: „Weiterentwicklung des Friedensprojektes EU“
In Brüssel ist diese Woche die Österreichische Bischofskonferenz zu ihrer Herbsttagung zusammengekommen. Mit der Entscheidung, die EU-Hauptstadt Brüssel als Konferenzort zu wählen, setzte die katholische Kirche Österreichs wohl auch sehr bewusst ein klares Zeichen für Europa. Zur europäischen Integration, formulierte denn auch Kardinal Christoph Schönborn, gebe es keine Alternative. Eine „Mitarbeit am Bauplatz Europa“ sei, wie man schon 1995, anlässlich des österreichischen EU-Beitritts gesagt habe, auch weiterhin dringend erwünscht. Während der viertägigen Herbstsession trafen Österreichs katholische Bischöfe mit Politikern zusammen, besuchten EU-Institutionen, diskutierten über das Friedensprojekt EU und setzten sich mit aktuellen Themen, die Kirche und Gesellschaft bewegen, auseinander.
Bericht: Raimund Löw, Raffaela Schaidreiter, Länge: 4 Minuten
Novemberpogrome 1938: Jüdische Emigranten erinnern sich
Freddy Knoller, 91 Jahre alt, lebt heute in London. Bis zu seinem 17. Lebensjahr wohnte er in Wien-Leopoldstadt. Als Jugendlicher wurde er Augenzeuge, als am 10. November 1938 in der Nähe seiner Wohnung die Synagoge – der „polnische Tempel“ – in Brand gesteckt und zerstört wurde. Auch Harry Bibring, mittlerweile ebenfalls in London zu Hause, erlebte diese Pogromnacht, die von den Nationalsozialisten später euphemistisch „Reichskristallnacht“ genannt wurde – in Wien-Mariahilf, wo die Synagoge in der Schmalzhofgasse bis auf die Grundfesten niederbrannte. Beide – Knoller und Bibring – waren nun, gemeinsam mit anderen Überlebenden der NS-Schreckensherrschaft, in Wien zu Besuch. Im „Orientierung“-Gespräch erinnern sie sich an die tragischen Ereignisse rund um den 9./10. November vor 74 Jahren, die als November-Pogromnacht Eingang in die Geschichtsbücher gefunden hat.
Bericht: Klaus Ther, Länge: 8 Minuten
Ungar-Preis 2012: Auszeichnungen für ORF-Hauptabteilung Religion
Der diesjährige Prälat-Leopold-Ungar-Preis, ausgeschrieben von der Caritas Wien in Kooperation mit der Raiffeisenlandesbank Niederösterreich-Wien, ist am vergangenen Donnerstag vergeben worden. Ein Haupt- und ein Anerkennungspreis gingen dabei an die ORF-Hauptabteilung Religion im Fernsehen. Der mit insgesamt 20.000 Euro dotierte JournalistInnenpreis wird jährlich – nun schon zum neunten Mal – in den Kategorien Fernsehen, Hörfunk, Print und Online vergeben. Ausgezeichnet werden – im Gedenken an den langjährigen Caritas-Chef Leopold Ungar, der im vergangenen August seinen 100. Geburtstag begangen hätte – „journalistische Leistungen, die Toleranz und Verständnis im Umgang mit gesellschaftlichen Randgruppen fördern“.
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Bericht: Raimund Löw, Raffaela Schaidreiter, Länge: 4 Minuten
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Freddy Knoller, 91 Jahre alt, lebt heute in London. Bis zu seinem 17. Lebensjahr wohnte er in Wien-Leopoldstadt. Als Jugendlicher wurde er Augenzeuge, als am 10. November 1938 in der Nähe seiner Wohnung die Synagoge – der „polnische Tempel“ – in Brand gesteckt und zerstört wurde. Auch Harry Bibring, mittlerweile ebenfalls in London zu Hause, erlebte diese Pogromnacht, die von den Nationalsozialisten später euphemistisch „Reichskristallnacht“ genannt wurde – in Wien-Mariahilf, wo die Synagoge in der Schmalzhofgasse bis auf die Grundfesten niederbrannte. Beide – Knoller und Bibring – waren nun, gemeinsam mit anderen Überlebenden der NS-Schreckensherrschaft, in Wien zu Besuch. Im „Orientierung“-Gespräch erinnern sie sich an die tragischen Ereignisse rund um den 9./10. November vor 74 Jahren, die als November-Pogromnacht Eingang in die Geschichtsbücher gefunden hat.
Bericht: Klaus Ther, Länge: 8 Minuten
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Der diesjährige Prälat-Leopold-Ungar-Preis, ausgeschrieben von der Caritas Wien in Kooperation mit der Raiffeisenlandesbank Niederösterreich-Wien, ist am vergangenen Donnerstag vergeben worden. Ein Haupt- und ein Anerkennungspreis gingen dabei an die ORF-Hauptabteilung Religion im Fernsehen. Der mit insgesamt 20.000 Euro dotierte JournalistInnenpreis wird jährlich – nun schon zum neunten Mal – in den Kategorien Fernsehen, Hörfunk, Print und Online vergeben. Ausgezeichnet werden – im Gedenken an den langjährigen Caritas-Chef Leopold Ungar, der im vergangenen August seinen 100. Geburtstag begangen hätte – „journalistische Leistungen, die Toleranz und Verständnis im Umgang mit gesellschaftlichen Randgruppen fördern“.
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Bericht: Raimund Löw, Raffaela Schaidreiter, Länge: 4 Minuten
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Der diesjährige Prälat-Leopold-Ungar-Preis, ausgeschrieben von der Caritas Wien in Kooperation mit der Raiffeisenlandesbank Niederösterreich-Wien, ist am vergangenen Donnerstag vergeben worden. Ein Haupt- und ein Anerkennungspreis gingen dabei an die ORF-Hauptabteilung Religion im Fernsehen. Der mit insgesamt 20.000 Euro dotierte JournalistInnenpreis wird jährlich – nun schon zum neunten Mal – in den Kategorien Fernsehen, Hörfunk, Print und Online vergeben. Ausgezeichnet werden – im Gedenken an den langjährigen Caritas-Chef Leopold Ungar, der im vergangenen August seinen 100. Geburtstag begangen hätte – „journalistische Leistungen, die Toleranz und Verständnis im Umgang mit gesellschaftlichen Randgruppen fördern“.
Als praktischen Tipp für Gebetsanfänger empfahl der Theologe, zunächst das eigene Leben oder den eigenen Tag zu erzählen - "vielleicht zunächst auch ohne große Gottesanrede" - und sich dabei wachgerufene Vorstellungen bewusst zu machen. Mitunter sei es somit möglich, "den Tag auch in anderem Licht zu sehen" und nach ein paar Trainingswochen sogar, "das Geheimnis eines Tages zu spüren". Hier angelangt, sei man dem Gott der christlichen Vorstellung "schon sehr nahe".
Quelle: Kathpress