
"Pax Christi": Abschaffung der Wehrpflicht
Für die Abschaffung der Wehrpflicht hat sich im Blick auf die Volksabstimmung im Jänner die katholische Friedensbewegung "Pax Christi Österreich" ausgesprochen. Zugleich unterstrich Generalsekretär Jussuf Windischer in einem Kommentar für die Zeitschrift "ksoe Nachrichten" der Katholischen Sozialakademie das Festhalten an einer "größeren Vision", nämlich die Abschaffung jeglicher Armee. "Wir möchten eine Welt ohne Waffen und ohne Militär". Da dies noch nicht möglich sei, sei ein Berufsheer "das kleinere Übel als die allgemeine Wehrpflicht".
Obwohl eine klare Formulierung der Fragestellung "wünschenswert gewesen" wäre, könne die bevorstehende Volksbefragung behilflich sein, dem Ziel von "Pax Christi" einen kleinen Schritt näher zu kommen, so Windischer: "Wir wollen Frieden, wir wollen keinen Krieg; wir wollen mit gewaltfreien Mitteln dem Frieden dienen, wir wollen keinen Kriegsdienst."
In der heutigen Welt gebe es eine große Sehnsucht nach Frieden und den gewaltfreien Einsatz vieler Menschen und Organisationen für Versöhnung, zugleich aber auch Gewalt, Kriegsvorbereitungen und Kriege. Vor diesem Hintergrund suche "Pax Christi Österreich" auf der Grundlage der immerwährenden Neutralität Österreichs nach Wegen, dem Ideal der christlichen Gewaltfreiheit zum Durchbruch zu verhelfen.
Gegen Steigerung der Militärausgaben
"Als Friedensbewegung lehnen wir die Stärkung des Militärs und der Militärausgaben ab", erklärte Windischer. "Daher müssen wir darauf achten, dass die Abschaffung der Wehrpflicht keine größeren negativen Folgen in sich birgt." Jeglicher "Missbrauch" eines Berufsheeres - z.B. die Verwicklung Österreichs in Kriege durch Auslandseinsätze - müsse weitestgehend minimiert werden.
Sinnvoll erscheine daher eine Berufsarmee mit Freiwilligenkomponenten. Die Freiwilligkeit, zwischen zivilen Diensten und dem Wehrdienst wählen zu können, würde dem Berufsheer "gesellschaftliche Rückbindung ermöglichen", argumentierte Windischer. Er bedauerte, dass auf Grund der Fragestellungen der Volksbefragung Freiwilligenkomponenten "nicht zur Disposition" stünden.
Dennoch möchte "Pax Christi" dazu beitragen, dass Österreichs Armee schrittweise in Richtung nichtmilitärische Aufgabenfelder umgebaut und ein ausreichend finanziertes Freiwilligensystem etabliert wird. Österreich könnte damit ein weltweit einzigartiges Modell für eine vollständige Entmilitarisierung realisieren - eine Vision von "Frieden schaffen ohne Waffen", an der "Pax Christi" aus christlicher Überzeugung festhalte.
Quelle: Kathpress