
Keine "Stille Nacht" für verfolgte Christen
Diskriminierung, Gewalt und Terror: An manchen Orten sind Christen über die Weihnachtszeit in besonderer Gefahr, berichtet die NGO "Open Doors". Dies treffe etwa auf den Norden Nigerias zu, wo sich die Christen ihres Lebens nicht sicher sein können. Gefahr drohe namentlich durch die radikale islamistische Gruppierung "Boko Haram". Vor einem Jahr habe es im Norden Nigerias verheerende Anschläge auf Kirchen und christliche Einrichtungen gegeben, erinnert "Open Doors". Rund 100 Menschen seien bei der Attentatsserie von "Boko Haram" gestorben. Allein bei der Attacke auf die St.Teresa-Kirche in Madalla starben 35 Menschen, 50 wurden verletzt. Die Gefahr sei groß, dass die Islamisten auch heuer nicht vor Anschlägen über Weihnachten zurückschrecken.
Auch an anderen Orten fürchteten sich Christen zu Weihnachten, so etwa im Iran oder Sudan, wie auch in anderen Nationen, heißt es in der "Open Doors"-Mitteilung, in der auch Indonesien genannt wird: Dort hätten Extremisten am 24. Dezember des Vorjahres in West Java eine Weihnachtsfeier verhindert. "Sie schrien und drohten uns, als wir versuchten, die Weihnachtsfeier auszurichten", zitiert "Open Doors" einen Leiter der "Yasmin Church". Das zweite Jahr in Folge konnte die Gemeinde in ihrer Kirche nicht Weihnachten feiern. Ein Ausweichen in private Gebäude verhinderten Sicherheitskräfte.
Junge Muslime von "Ansor", der Jugendabteilung der grössten muslimischen Organisation Indonesiens ("Nahdlatul Ulama") solidarisierten sich mit den Christen. Doch auch sie konnten nicht zu den Störenfrieden durchdringen.
Laut "Open Doors" gibt es auch in nichtmuslimischen asiatischen Staaten - wie Indien oder Burma - zu Weihnachten schwierige Situationen für Christen. "Open Doors", eine Organisation aus dem evangelikalen Bereich, unterstützt Christen, die aufgrund ihres Glaubens benachteiligt oder verfolgt werden, mit Bibeln, christlicher Literatur, bildet Gemeindeleiter aus, engagiert sich für Gefangene und unterstützt die Familien ermordeter Christen.
Am kommenden 8. Jänner veröffentlicht "Open Doors" den "Weltverfolgungsindex 2013". Der Index listet die 50 Länder auf, in denen die Christenverfolgung am stärksten ausgeprägt ist. In den letzten zehn Jahren führte Nordkorea die Liste an. Auf dem Index folgte bisher Afghanistan auf Rang Zwei, gefolgt von Saudiarabien, Somalia, Iran, den Malediven, Jemen, Irak und Pakistan.
Quelle: Kathpress