
Wien: Orthodoxe feiern "Große Wasserweihe"
Der griechisch-orthodoxe Metropolit Arsenios (Kardamakis) wird am Sonntag, 6. Jänner, am Wiener Donaukanal bei der Schwedenbrücke die "Große Wasserweihe" zelebrieren. Dieser traditionelle Ritus gehört zu den eindrucksvollsten Feiern der orthodoxen Kirche und wird zum Gedenken an die Taufe Jesu am Tag der Erscheinung des Herrn (Epiphanie) in der Orthodoxie weltweit begangen. In Wien wurde die Tradition der Wasserweihe 2007 von Metropolit Michael (Staikos) begründet. Die Feier am Donaukanal findet um die Mittagszeit, nach dem orthodoxen Festgottesdienst in der griechisch-orthodoxen Dreifaltigkeitskathedrale (Fleischmarkt 13), statt.
Durch die Taufe Jesu durch Johannes im Jordan wurde laut orthodoxer Theologie das Wasser dieses Flusses und aller Flüsse weltweit gesegnet. Deshalb werde, wie die orthodoxen Theologen betonen, mit der Großen Wasserweihe die ganze Natur und Schöpfung geweiht. In der Wasserweihe komme daher auch der Einsatz der Christen für die "Bewahrung der Schöpfung" zum Ausdruck.
Zu dieser Bewahrung rief auch Metropolit Arsenios in seiner Weihnachtsbotschaft auf. Weihnachten mache deutlich, dass das Ziel des Lebens des Menschen "nicht die Herrschaft über die Welt ist, sondern das Reich Gottes und die gerechte Verwaltung der Schöpfung, die dem Menschen nicht gehört", so der Metropolit.
Ritus kam aus Jerusalem und Konstantinopel
Die Große Wasserweihe kam von Jerusalem über Konstantinopel (Istanbul) nach Osteuropa. Besonders feierlich wird sie seit dem 19. Jahrhundert in Konstantinopel und Moskau, aber auch in den Zentren der Orthodoxie in den USA begangen. Ein herausragender Augenblick ist dabei jeweils der Moment, in dem der Patriarch oder Metropolit ein goldenes Kreuz ins Wasser taucht. In Konstantinopel und in Moskau wird das Kreuz im Wasser versenkt, junge Leute tauchen danach, der Finder des Kreuzes überreicht es dem Patriarchen.
An der Feier in Wien werden nicht nur griechisch-orthodoxe Gläubige des Ökumenischen Patriarchats teilnehmen, sondern auch Gläubige anderer orthodoxer Kirchen - etwa der rumänisch-orthodoxen und bulgarisch-orthodoxen -, die so wie das Ökumenische Patriarchat den Weihnachts-Festkreis nach dem gregorianischen Kalender begehen und daher am 6. Jänner wie Katholiken und Protestanten das Epiphanie-Fest feiern.
Andere orthodoxe Kirchen, etwa die russisch-orthodoxe und die serbisch-orthodoxe feiern den Weihnachtsfestkreis nach dem julianischen Kalender. Für sie ist am 6. Jänner der Heilige Abend und am 7. Jänner der Christtag.
Infos: www.metropolisvonaustria.at