
"Mut zum Widerspruch" immer wichtiger
Papst Benedikt XVI. hat am Sonntag im Petersdom einen dreistündigen Gottesdienst zum Dreikönigsfest (Epiphanie) geleitet und dabei vier vatikanische Geistliche zu Bischöfen geweiht. Unter ihnen war auch der päpstliche Privatsekretär Georg Gänswein. Er wurde Erzbischof des Titularerzbistums Urbisaglia 160 Kilometer nördlich von Rom.
In seiner Ansprache rief der Papst die Bischöfe der Weltkirche auf, "Mut zum Widerspruch" gegen den herrschenden Zeitgeist zu haben. Gerade angesichts einer verbreiteten "höchst intoleranten" Skepsis gegenüber allen religiösen Wahrheitsansprüchen sei eine solche Standhaftigkeit besonders vordringlich. Wer den Glauben lebe und verkünde, stehe in vielen Punkten "quer zu den herrschenden Meinungen". Die Zustimmung der herrschenden Meinungen dürfe nicht zum obersten Maßstab werden. Bischöfe müssten tapfer sein und damit rechnen, dass sie für ihr Festhalten an der Wahrheit "immer wieder auf moderne Weise verprügelt werden".
Ein tapferes Auftreten der Bischöfe bedeute nicht, dass sie "Dreinschlagen" oder aggressiv Auftreten sollten, hob Benedikt XVI. hervor. Die wahre Tapferkeit bestehe vielmehr "im Sich-schlagen-Lassen und im Standhalten gegenüber den Maßstäben der herrschenden Meinungen". Ein Bischof dürfe auch nicht provozieren. Er müsse die Menschen in die "Freude der Wahrheit" einladen.
Zugleich hob Benedikt XVI. hervor, dass das Bischofsamt mehr als ein bloßer "Job" sei. "Ein Bischof muss ein Mensch sein, dem die Menschen am Herzen liegen, den das Geschick der Menschen bewegt." Dies sei nur möglich, wenn er von der "Unruhe Gottes" für den Menschen ergriffen sei.
Als Vorbild verwies der Papst auf die Heiligen Drei Könige. Diese habe die "Sehnsucht nach Gott und dem Heil der Welt" an die Krippe in Bethlehem geführt. Sie hätten sich nicht mit einer angesehen sozialen Stellung und einem gesicherten Einkommen begnügt.
Zusammen mit Gänswein weihte der Papst die päpstlichen Botschafter in Nicaragua und Guatemala, Fortunatus Nwachukwu und Nicolas Henry Marie Denis Thevenin, sowie den Sekretär der vatikanischen Bildungskongregation, Angelo Vincenzo Zani.
Freude auch in Stift Heiligenkreuz
Der gemeinsam mit Georg Gänswein geweihte 52-jährige Nigerianer Fortunatus Nwachukwu studierte Philosophie und Theologie in seiner Heimat war Vizerektor des Immaculate Conception Seminary in Umuahia. Er promovierte in Rom mit Schwerpunkt Afrikanische Theologie zum Doktor der Theologie und mit einer Arbeit über die Beziehungen des Heiligen Stuhls und des Staates Israel zum Doktor des kanonischen Rechts.
1994 trat Nwachukwu in den diplomatischen Dienst der Kurie ein. Er war Sekretär der Apostolischen Nuntiatur in Accra sowie in den Nuntiaturen in Paraguay, Algerien und Tunesien. Zudem war er Berater des Ständigen Beobachters des Heiligen Stuhls bei den Vereinten Nationen. Benedikt XVI. ernannte ihn 2007 zum Protokollchef des Heiligen Stuhls im Staatssekretariat und zu Jahresende 2012 zum Nuntius in Nicaragua.
Das niederösterreichische Zisterzienserstift Heiligenkreuz und die dortige "Hochschule Benedikt XVI." gratulierten am Sonntag Nwachukwu ausdrücklich. In Heiligenkreuz kenne man den Nuntius in Nicaragua gut, "denn sein Bruder Innocent hat an unserer Hochschule studiert und die Priesterweihe empfangen", heißt es auf der Stifts-Website. "Wir gratulieren Exzellenz Fortunatus Nwachukwu, der fließend sechs Fremdsprachen beherrscht und aus der Diözese Aba in Nigeria stammt, und wir freuen uns herzlich über die weltkirchliche Verantwortung, die er als Erzbischof wahrnimmt", so das Stift.
Quelle: Kathpress