
Ökumene ist fixer Bestandteil pastoraler Initiativen
Der ökumenische Dialog ist fixer Bestandteil aller pastoraler Initiativen: Das betonte Salzburgs Erzbischof beim Ökumenischen Empfang am 9. Jänner im Kardinal-Schwarzenberg-Haus. Der Ökumenische Arbeitskreis sei ein wesentlicher Impulsgeber. Erzbischof Alois Kothgasser dankte den anwesenden Vertretern der anderen christlichen Kirchen für ihr Engagement. "Gemeinsam können wir der Säkularisierung begegnen und eine Neuevangelisierung angehen", so Kothgasser. Prof. Dietmar Winkler, der neue Vorsitzende von "Pro Oriente" Salzburg, stellte beim Empfang den neuen evangelischen Superintendenten der Diözese, Olivier Dantine, vor.
Rund 100 Repräsentaten der Katholischen, der Evangelischen, der Evangelisch-Methodistischen, der Altkatholischen und der verschiedenen Orthodoxen Kirchen waren der Einladung des Erzbischofs zum Empfang gefolgt. Matthias Hohla, Vorsitzender des Ökumenischen Arbeitskreises, berichtete, dass der Arbeitskreis ein neues Heft zu konfessionsverschiedenen Ehen herausgegeben hatte. Erzbischof Kothgasser wies darauf hin, dass durch die Arbeit von "Pro Oriente" der ökumenische Dialog mit den Ostkirchen verstärkt werde. "Eine missionarische Kirche muss immer eine ökumenische Kirche sein", zitierte der Erzbischof Kardinal Walter Kasper.
Einheit in Verschiedenheit
Dietmar Winkler stellte in Form eines Interviews den neuen Superintendenten der evangelischen Diözese Salzburg/Innsbruck, Olivier Dantine, vor. Dantine war nach seinen Studien zehn Jahre Pfarrer in Großpetersdorf in Burgenland, "wo es durch historische Rivalitäten mit der Ökumene schwierig war". In seinem neuen Amt erlebe er im Gegensatz dazu viele Gemeinden, die von Zuwanderung geprägt seien, "und wo eine Zusammenarbeit unter den Gemeinden angestrebt wird". Für ihn sei Ökumene eine Grundaufgabe, der Boden dafür sei von Kardinal König bereitet worden. "Beim Wort Einheit meinen wir aber Verschiedenes", wies Dantine auf Spannungsfelder hin. "Es ist eine Herausforderung, im gegenseitigen Respekt ins Gespräch zu kommen", sagte er.
2017 seien es 500 Jahre, seit Martin Luther seine Thesen angeschlagen hatte, stellte Winkler fest. Was plane die evangelische Kirche? Dantine: "2017 wird kein Lutherjahr, sondern es soll ein ökumenisches Projekt werden". Die Reformatoren hätten schließlich den Kern des Evangeliums wiederentdeckt. Es wäre schön, "wenn beide Kirchen den Schatz der Erkenntnis wahrnehmen könnten".
Quelle: Kathpress