
Samstag: Abschied von Reinhold Stecher
Viele Tiroler nehmen derzeit persönlich Abschied von Altbischof Reinhold Stecher, dessen sterbliche Hülle seit Donnerstag im Innsbrucker Jakobsdom aufgebahrt ist. "Der ungebrochene Zustrom an Menschen zeigt die tiefe Verbundenheit der Tiroler mit Bischof Reinhold. Ich danke für die Anteilnahme und das Gebet", so Manfred Scheuer, Nachfolger des am Dienstagabend Verstorbenen im Bischofsamt, in einer Aussendung der Diözese Innsbruck. Scheuer lud alle Tirolerinnen und Tiroler auch zur Mitfeier an den Begräbnisfeierlichkeiten am Samstag ein - "egal ob direkt in Innsbruck oder daheim bei Radio oder Fernsehen".
Ab 11 Uhr schaltet sich der ORF live in den Innsbrucker Dom zu St. Jakob und überträgt das Requiem mit der Einsegnung bis etwa 13 Uhr im Fernsehen. Zeitgleich sendet der ORF-Hörfunk auf Radio Tirol den Trauergottesdienst.
Der Innsbrucker Dom wird bereits ab 10 Uhr für die Mitfeiernden geöffnet sein. Da die Plätze im Dom begrenzt sind, wird das gesamte Requiem über Lautsprecher auch auf den Domplatz übertragen. Für Pressevertreter ist für das Requiem im Dom eine Akkreditierung notwendig.
Der Trauergottesdienst beginnt - wie die Diözese Innsbruck mitteilte - um 11 Uhr mit dem Einzug der Bischöfe. Vorstehen wird ihm der Salzburger Erzbischof Alois Kothgasser, die Predigt hält Bischof Scheuer. Ihr Kommen zugesagt haben bisher Kardinal Christoph Schönborn, der Apostolische Nuntius Erzbischof Peter Stephan Zurbriggen, die Diözesanbischöfe Egon Kapellari (Graz-Seckau), Alois Schwarz (Gurk-Klagenfurt), Ivo Muser (Bozen-Brixen), die Alt-Bischöfe Maximilian Aichern (Linz), Johannes Jobst (Broome, Australien) sowie die Weihbischöfe Helmut Krätzl (Wien) und Franz Lackner (Graz-Seckau). Der Trauergottesdienst wird musikalisch gestaltet von der Dommusik Innsbruck unter der Leitung von Domkapellmeister Christoph Klemm.
Am Ende des Requiems erfolgt die Einsegnung. Trauerworte von politischer Seite werden Landeshauptmann Günther Platter sowie die Innsbrucker Bürgermeisterin Christine Oppitz-Plörer sprechen.
Anschließend formiert sich der Trauerzug. Der Kondukt wird, angeführt von einem Vortragekreuz, durch die Innsbrucker Altstadt wieder zurück zum Dom ziehen, wo es für den Verstorbenen einen Ehrensalut gibt. Anschließend erfolgt im kleinen Kreis die Beisetzung in der Krypta des Innsbrucker Doms.
Hunderte nahmen Abschied im Innsbrucker Dom
Im Rahmen einer kurzen liturgischen Feier mit Bischof Scheuer und Propst Florian Huber wurde Reinhold Stecher am Donnerstag im Innsbrucker Dom aufgebahrt. Seit dem Nachmittag strömen Hunderte Menschen in die Bischofskirche, um dem allseits beliebten und geachteten Alt-Bischof ein letztes "Lebe wohl" zu sagen. Betroffenheit herrschte auch bei Landeshauptmann Platter, Landtagspräsident Herwig van Staa, Bürgermeisterin Oppitz-Plörer und zahlreichen weiteren Landespolitikern, die sich nach ihrer persönlichen Verabschiedung ins Kondolenzbuch eintrugen.
Eigens nach Innsbruck angereist ist Oberrabbiner Paul Chaim Eisenberg, der in Begleitung von Esther Fritsch, Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde, Abschied vom Verstorbenen nahm. "Wir trauern um einen wahrhaften Freund", so die Vertreter der Israelitischen Religionsgemeinschaft Österreichs in einem Kondolenzschreiben. "Die jüdische Gemeinde weit über Tirol hinausgehend verliert einen wertvollen Dialogpartner und ganz Österreich eine moralische Instanz."
Am Freitag bestand noch bis 20 Uhr die Möglichkeit, sich von Reinhold Stecher zu verabschieden, um 18 Uhr lud die Diözese Innsbruck zum Gebet für den Verstorbenen in den Dom. Viele verschiedene Gruppierungen, vor allem aus den Traditionsverbänden, haben sich bereiterklärt, eine Ehrenwache zu stellen. Den Beginn machten die Tiroler Schützen.
Quelle: Kathpress