
"Benedikt XVI. war auch ein großer Staatsmann"
Als "großen Staatsmann" mit einem weiten Horizont hat Kardinal Christoph Schönborn den scheidenden Papst Benedikt XVI. bezeichnet. In der ORF-ZIB 2 am Montagabend hob Schönborn lobend die "Tiefensicht" des Papstes in vielen Dingen hervor, die er sich auch bei so manch anderen Politikern wünsche, so der Wiener Erzbischof. Besonders erinnerte er an die politische Grundsatzrede des Papstes in der Westminster Hall 2010.
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Große persönliche Verdienste habe sich der Papst auch bei der Aufklärung der Missbrauchsfälle in der katholischen Kirche erworben, indem er klare Regeln für die Aufarbeitung und Prävention veranlasst habe, so Schönborn weiter. Freilich bleibe die Missbrauchskrise als "dunkler Schatten", aber nicht nur über dem Pontifikat von Benedikt XVI. sondern vielmehr über der ganzen Kirche.
Schönborn räumte weiters ein, dass der Papst vor allem in den letzten Jahren sicher auch mit Schwierigkeiten in der vatikanischen Kurie zu kämpfen gehabt habe. Dennoch habe der Papst gleichzeitig einen "klaren Durchblick" gehabt.
Auf die bevorstehende Papstwahl angesprochen meinte der Kardinal, dass dies in erster Linie eine Persönlichkeitswahl sei. Es gelte, jenen Kandidaten herauszufinden, "der überzeugt als Christ, als Mensch, als Bischof und Hirte". Gott habe diesen Mann schon bestimmt, Aufgabe der Kardinäle sei es, diesen Richtigen herauszufinden.
Ganz wesentlich für das Konklave seien auch die neuntägigen Kardinalsversammlungen vor der eigentlichen Papstwahl. Hier würden Herausforderungen und Probleme in und für die Kirche klar angesprochen und es würde sich ein Meinungsbild entwickeln, wer für das Papstamt geeignet sein könnte. Er selbst sei aber jedenfalls gerne in Wien, fügte der Kardinal hinzu. Trotzdem gelte auch für ihn, wie es im "Vater Unser" heißt: "Dein Wille geschehe".
Quelle: Kathpress