
Lombardi weist Spekulationen n zurück
Vatikansprecher Federico Lombardi hat Spekulationen zurückgewiesen, derzeit prüfe eine Vatikankommission eine Vorverlegung des Konklaves. Das sei nicht der Fall, erklärte er am Donnerstag gegenüber Journalisten. Die bestehende Rechtslage sei, dass das Konklave zwischen dem 15. und 20. Tag nach Beginn der Sedisvakanz beginnen müsse. Der Jesuit berichtete, dass die nach Rom anreisenden Kardinäle erst mit 1. März Räume im vatikanischen Gästehaus Santa Marta beziehen könnten. Dort würden sie während der Zeit der Sedisvakanz, der Generalkongregationen und des Konklave wohnen.
Ausdrücklich bestätigte Lombardi die geltenden Bestimmungen, dass zur Teilnahme am Konklave die Kardinäle berechtigt seien, die zu Beginn der Sedisvakanz am 28. Februar noch nicht das 80. Lebensjahr vollendet hätten. Somit werde der deutsche Kurienkardinal Walter Kasper wie auch der frühere Turiner Erzbischof Severino Poletto, die am 5. und am 18. März 80 würden, am Konklave teilnehmen.
Papst Benedikt XVI. wird am Ende seiner Amtszeit von seinen vier Hausangestellten sowie von seinem Privatsekretär Erzbischof Georg Gänswein in die Päpste-Sommerresidenz Castel Gandolfo begleitet. Allerdings übe Gänswein weiterhin auch das Amt des Präfekten des Päpstlichen Hauses aus, in das er im vergangenen Dezember berufen worden war. Gänswein werde "für die nächste Zeit" auch in der Nähe von Benedikt XVI. bleiben, wenn dieser in das Mater-Ecclesiae-Kloster innerhalb des Vatikan übersiedele.
Einen Interessenkonflikt zwischen diesen beiden Aufgaben sehe er nicht, sagte Lombardi. Denn der Präfekt des Päpstlichen Hauses sei in erster Linie für praktische Aufgaben zuständig und habe keine inhaltliche Leitungsfunktion.
Auf eine Frage nach der Zukunft des zweiten Papst-Sekretärs Alfred Xuereb erinnerte Lombardi daran, dass in der Vergangenheit Päpste mehrfach Privatsekretäre ihres Vorgängers mitübernommen hätten. So hatte Benedikt XVI. den heutigen Lemberger Erzbischof Mieczyslaw Mokrzycki, der bereits zweiter Sekretär (neben Stanislaw Dziwisz) von Johannes Paul II. war, neben Gänswein in seinen Haushalt übernommen.