
Papst an Klerus Roms: Bleibt auf dem Weg des Konzils
Papst Benedikt XVI. hat sich am Donnerstag als Bischof von Rom von den Geistlichen seiner Diözese verabschiedet und dabei eine Art "geistliches Testament" kundgetan. Es ging dabei um Treue zum Weg des Konzils, allerdings nicht im Sinne einer verkürzten, banalen Interpretation der damaligen Reformen, wie sie sich oft in Medien finde.
Es sei für ihn ein "Geschenk", vor seinem Rücktritt noch einmal mit seinem Klerus zusammenzutreffen, sagte der in Kürze abtretende Papst vor rund 5.000 Priestern, Diakonen und Ordensleuten in der vatikanischen Audienzhalle. Zugleich entschuldigte er sich: Aufgrund seiner gesundheitlichen Verfassung habe er keine Rede vorbereiten können. Stattdessen wolle er eine "Plauderei" halten. Benedikt XVI. wirkte müde, sprach jedoch über eine Stunde.
"Auch wenn ich mich zurückziehe, bin ich euch immer im Gebet verbunden und ihr mir, auch wenn ich der Welt verborgen bleibe", sagte der Papst. Nach seinem Amtsverzicht am 28. Februar will er in einem Kloster in den Vatikanischen Gärten leben.
In den Mittelpunkt seiner frei gehaltenen Ansprache stellte Benedikt XVI. Erinnerungen an das Zweite Vatikanische Konzil (1962-1965). Dabei erzählte er die Anekdote, wie er als junger Bonner Theologieprofessor 1961 einen Vortrag für den Kölner Erzbischof Kardinal Josef Frings schreiben musste und dieser anschließend zu Papst Johannes XXIII. einbestellt wurde.
Frings habe damals befürchtet, seinen Titel entzogen zu bekommen. Hingegen habe der Papst ihm zu dem gelungenen Aufsatz gratuliert. Benedikts XVI. Hörer antworteten auf die Erzählung mit freundlichem Lachen.
Benedikt XVI. verteidigte weiters die Erträge des Reformkonzils. Der Vorwurf, die Bischofsversammlung habe über Beliebigkeiten ihren religiösen Auftrag verfehlt, treffe nicht zu. Das Konzil habe wichtige und unaufgebbare Erneuerungen für die Liturgie und den gemeinsamen Glauben gebracht. In diese Richtung gelte es "mit Vertrauen" weiterzugehen, so derPapst. Quelle:Kathpress